Urteil
Macheten-Angriff bei Oberstdorf: Täter soll in psychiatrischer Anstalt untergebracht werden

Vor dem Landgericht Kempten fand am Dienstag der Prozess gegen einen 24-jährigen Memminger statt, der Ende Februar mit einer Machete in einem Hotel (samt Jugendgästehaus) in Spielmannsau bei Oberstdorf auf seinen eigenen Bruder und weitere Familienangehörige losgegangen war. Dabei wurden drei Menschen schwer, einer leicht verletzt.

Update 15.45 Uhr:

Das Landgericht Kempten hat beschlossen, dass der 24-Jährige dauerhaft in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht werden muss. Der Mann sei nach wie vor eine Gefahr für die Allgemeinheit.

Update 15.00 Uhr:

Gutachter Ormanns zeigte sich überzeugt, dass der Angeklagte an einer schweren wahnhaften Erkrankung leidet und gefährlich ist. Er ist schuldunfähig, sollte aber nach Paragraph 63 des Strafgesetzbuches auf Jahre hinaus in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt untergebracht werden. Der Einschätzung schloss sich gerade Staatsanwalt Menzel an.

Update 13.40 Uhr:

Nach der Mittagspause ist der Machetenprozess wieder aufgenommen worden. Eine Polizistin, die als Zeugin aussagte, berichtete, dass sich der 24-jährige Täter problemlos nach dem Angriff festnehmen ließ. Er habe eine Zigarette geraucht.

Update 12.25 Uhr:

Wegen der Mittagspause ist der Machetenprozess vor dem Kemptener Landgericht unterbrochen worden. Ab 13.30 Uhr sollen noch Zeugen und der medizinische Gutachter gehört werden. Bei letzterem handelt es sich um Norbert Ormanns, Ärztlicher Direktor der forensischen Klinik Kaufbeuren.

Update 12.00 Uhr:

Im "Machetenprozess" sind jetzt weitere Zeugen befragt worden, unter anderem der Onkel und die Freundin des Cousins (beide wurden ebenfalls verletzt) sowie der Vater des Angeklagten. Auch ihre Aussagen belegen die offenkundige paranoide Psychose des 24-Jährigen. Dieser sieht sich selbst weiter als Opfer, als "Bastard" der Familie.

Update 10.45 Uhr:

Auch der 27-jährige Cousin schildert bewegt den Angriff des 24-Jährigen. Die Szenen, die sich in der Spielmannsau abgespielt haben, ähneln einem Horrorfilm. Immer mehr zeigt sich im Prozess, dass der Angeklagte offenkundig schwer krank ist, an Verfolgungswahn leidet.

Update 10.25 Uhr:

Der angegriffene Bruder (26) berichtet weiter: Seit gut einem Jahr war sein 24-jähriger Bruder verändert. Er versteht den Gewaltausbruch nicht: "Mein Bruder ist früher niemals gewalttätig gewesen."

Der 26-Jährige leidet bis heute an den Folgen des Angriffs - physisch wie psychisch. Er schlief schon lange aus Angst mit verschlossener Schlafzimmertür.

Update 10 Uhr:

Bewegt schildert der angegriffene Bruder, wie sein Arm von der Machete zerschmettert wurde.

Update 9.30 Uhr:

Der 24-Jährige sieht sich vor Gericht als Opfer. Er will sich mit der Machete nur ausgestattet haben, um sich zu verteidigen.

Update 9 Uhr:

Der 24-Jährige ist dem Vernehmen nach nach wie vor unberechenbar und ist deshalb im BKH Straubing untergebracht, das speziell für solche Patienten ausgestattet ist. Auf der Anklagebank werden dem 24-Jährigen aus Sicherheitsgründen die Handschellen auch nicht abgenommen.

Der Bruder hatte ein Betreuungsverfahren für den 24-Jährigen, der an psychischen Problemen leidet, eingeleitet. Deshalb war der Angeklagte voller Hass auf seinen Bruder und den Cousin nach Oberstdorf gefahren, – was ihm aber nicht gelang. Die Opfer und eine Geburtstagsgesellschaft aus dem Raum Aachen, die sich zufällig dort befand, verbarrikadierten sich in dem Haus.

Der Angeklagte wurde später von der Polizei verhaftet. In dem Prozess wird es wohl darum gehen, ob der 24-Jährige nach Paragraf 63 des Strafgesetzbuches verurteilt wird. Dies hätte möglicherweise eine dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung zur Folge. Laut Anklage leidet der Mann an einer paranoiden Schizophrenie und ist schuldunfähig.

Autor:

Markus Bär aus Kempten

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