Landsberg
LTG 61 bleibt noch mindestens zehn Jahre

Die fliegerische Nutzung des Standortes Landsberg ist mindestens auf die nächsten zehn Jahre gesichert. Mit dieser Botschaft überraschte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verteidigung, Christian Schmidt, bei seinem Besuch des Lufttransportgeschwaders 61 in Penzing.

All die Unklarheiten in der Perspektive der momentanen Situation hätten aber auch für die Hubschrauber des Geschwaders durchaus angenehme Auswirkungen, schließlich sei das Nachfolgemuster der Bell UH-1D, der NH 90, bereits seit vier Jahren überfällig. Christian Schmidt: «Sie werden hier in Penzing noch mindestens acht Jahre die Bell fliegen.» Was im dritten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts passiere, so der Staatssekretär weiter, werde dann in den nächsten Jahren zu entscheiden sein. Die Chance jedoch, dass «die Lichter in den Stuben des Fliegerhorsts» nicht ausgehen, sei sehr realistisch. Bis dahin würde auch die Situation beim fliegenden Personal entschärft. Zu früh habe man begonnen, gestand der Staatssekretär ein, keine Kräfte mehr für die Transall (Piloten, technische Offiziere) auszubilden.

«Das werden wir ändern», lautete die konkrete Aussage.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt, der die Besuche des Staatssekretärs koordinierte, will, auch wenn der A 400M «einmal nicht nur geschoben, sondern auch geflogen werden kann», dennoch das politische Ziel, den Fliegerhorst zu erhalten, nicht aus den Augen verlieren. Er freute sich über das Bekenntnis des Verteidigungsministeriums für ein Aufwachsen der Kräfte beim LTG. Christian Schmidt zu den Teilnehmern der Gesprächsrunde bei unserer Zeitung: «Sie merken, es ist nicht in Stein gemeißelt, dass Penzing keine Zukunft in der militärischen und fliegerischen Nutzung mehr hat.»

Mit dieser Äußerung in solcher Deutlichkeit hatte auch der Standortälteste Oberst Klaus Schuster nicht gerechnet: «Ich war selbst ein wenig überrascht, denn von einer Nachnutzung des Fliegerhorstes nach der Zeit des LTG 61 habe ich bislang auch noch nichts gehört.» Dennoch sprächen neben den Zusagen des Staatssekretärs auch die bereits angelaufenen Sanierungen und Investitionen in den Standort für dessen Perspektive. Oberst Schuster: «Für dieses Jahr sind 42 Millionen Euro Planungsgeld für große Baumaßnahmen genehmigt». Ein Großteil davon fließe in den Fliegerhorst, wo zum Beispiel Unterkünfte für Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere modernisiert werden.

Alexander Dobrindt kann sich durchaus vorstellen, dass sich die verändernde Einsatzsituation der Bundeswehr und der dadurch sich verändernde Bedarf positiv für den Fliegerhorst auswirken könnten. Auch der Standort Murnau habe, wie das LTG, schon einmal den Auflösungsbefehl erhalten. Doch sich plötzlich verändernde Anforderungen hätten die Zukunft der dortigen Einheit wieder gesichert.

Der stellvertretende Landrat Peter Ditsch war über die Nachrichten aus Berlin jetzt schon mehr als nur zufrieden: «Es ist für den Landkreis höchst erfreulich, dass der Fliegerhorst plötzlich wieder eine Zukunft zu haben scheint.»

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