Kaufbeuren / Nesselwang
Logistische Bestleistung für das Leben anderer

Obwohl Corinna Blume seit der Nachricht vom Erdbeben in Haiti ständig am Telefon hängt, Sachspenden anfordert und Transporte für Hilfsgüter koordiniert, weiß sie nicht, was in zwei Stunden sein wird. «Wir tasten uns einfach Stunde um Stunde vor», erklärt die Leiterin für medizinische Projekte bei der Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica.

In der Nacht auf Donnerstag startete ein siebenköpfiges Team ins Katastrophengebiet, darunter vier Allgäuer: die Koordinatoren Simone Winneg (Kaufbeuren), Dieter Schmidt (Nesselwang) sowie die Ärztin Irmgard Harms (Hindelang) und die Krankenschwester Nancy Schmidt (Nesselwang). Während die Helfer im Flugzeug sitzen, muss Corinna Blume noch den Weitertransport von der Dominikanischen Republik nach Haiti organisieren. «Das Team bekommt erst Bescheid, wenn es gelandet ist, an sonsten würden wir zu viel Zeit verlieren.»

Und Zeit ist ein starker Gegner für Hilfsorganisationen wie Humedica. Einerseits ist das Kommunikationssystem im Land fast völlig zum Erliegen gekommen, andererseits sind gerade die Informationen, die nach außen dringen, enorm wichtig für die weitere Hilfe. «Wir haben Partner vor Ort, die uns über Satellitentelefon mitteilen, was besonders benötigt wird», so Blume.

Das erste Helferteam hat ein Medikamenten-Kit (englisch: Ausrüstung) für 3000 Menschen dabei und wird zwei Wochen bleiben. Ein weiteres Notfall-Kit für 10000 Menschen soll Haiti kurz nach dem ersten Helferteam erreichen. Am Montag soll ein zweites Team zur Unterstützung starten, dann mit mehr Informationen. «Wie viele Chirurgen sind nötig, welche Medikamente werden besonders gebraucht? Solche Fragen beantworten unsere Koordinatoren vor Ort und wir handeln entsprechend», sagt Blume, die seit 2007 für Humedica tätig ist.

Um die passenden Hilfsgüter losschicken zu können, muss ebenfalls eine logistische Meisterleistung vollbracht werden.

Welche Fluggesellschaft kann das Team günstig mitnehmen, welche Maschine transportiert das Frachtgut ohne größere Kosten? Laut Wolfgang Groß, Geschäftsführer von Humedica, kommen die Fluggesellschaften den Organisationen in solchen Situationen entgegen. Dennoch kosten Hilfseinsätze viel Geld, weshalb dringend Spenden benötigt werden. «Geldspenden sind effizient, während Sachspenden uns vor zu große Probleme stellen würden», so Groß.

Denn selbst wenn Haiti um Hilfe von außen gebeten habe, gelten Einfuhrbestimmungen. «Deshalb arbeiten wir immer mit bestimmten Firmen zusammen, die genau das liefern, was wir brauchen.» Von Einmalhandschuhen aus Gummi, über Gips und Schienen für Knochenbrüche, bis zu Wasserdesinfektionstabletten, um Seuchen zu vermeiden - Humedica ist auf die Situation im Land eingestellt, so gut es geht.

Schließlich kämpft Corinna Blume, gemeinsam mit vielen anderen, immer wieder gegen die Zeit, um möglichst viele Menschen zu retten.

Spenden an Humedica, Stichwort «Erdbeben Haiti», Kontonummer 4747, Bankleitzahl 73450000, Sparkasse Kaufbeuren.

www.humedica.org

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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