Kempten
Lob für Schwarzen Adler, Kritik an Beton-Mikado

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Jedes Jahr setzt sich Altstadtfreunde-Chef Hansjürg Hensler im Altstadtbrief mit der Entwicklung des Stadtteils auseinander. Mit warnendem Finger deutet er auf unerledigte oder misslungene Dinge, spart aber auch nicht mit Lob. Denn schließlich, erinnert Hensler im Altstadtbrief, habe OB Dr. Ulrich Netzer nach einem Rundgang durch die Altstadt 1996 die Arbeit der Altstadtfreunde wie folgt bewertet: «Diesen warnenden Finger brauchen wir.»

Doch bevor Hensler vermutlich heuer zum letzten Mal (denn in der Jahresversammlung im März soll ein Jüngerer seinen Posten übernehmen) wieder Einiges kritisiert, wird erst mal gelobt.

Die Wiederbelebung des «Schwarzen Adler» in der Bäckerstraße beispielsweise sei die erfreulichste Nachricht. Mit dem Einzug des Stadtjugendrings und der Renovierung und Rettung des Hauses sowie parallel der Sanierung und Erweiterung der Suttschule hätte man sich «keine bessere Lösung» vorstellen können. Auch die sanierte Stadtmauer zwischen Zwinger- und Beethovenstraße sowie im Bereich Suttschule gefalle. Viel getan habe sich zudem auf der Burghalde mit der Eröffnung des Haus für historisches Handwerk und dem alljährlichen Handwerkermarkt.

Gar nicht zufrieden ist der Altstadtfreunde-Vorsitzende jedoch mit dem «Beton Mikado» auf dem Rathausplatz. Die Rollwege wurden erneut heftig kritisiert. Doch als eigentliches Ärgernis beschreibt Hensler die «unglaubliche Überheblichkeit der Planer». Kein Anlieger, auch nicht die Interessenvertretung, sei in die Planung einbezogen werden. Willkürlich habe man hier am Bürger vorbei geplant und außer dem Behindertenverband niemanden informiert. Die Alternative der Altstadtfreunde, die Bahnen durch die Rathaus-Arkaden und von dort an der Nordseite des Platzes vorbei zum Fürstenhof zu führen, sollte unbedingt geprüft werden.

Doch die Verunstaltung des Rathausplatzes habe nach Henslers Ansicht «Tradition». Er erinnerte an die «Pferdekoppel» vor der Volksbank, die mit Mauern, gusseisernen Ketten, gotisch nachempfundenen Elementen als «Monsteranlage» von der Bauverwaltung erstellt und von den Bürgern als Mausoleum verschmäht wurde. Damals habe der OB anderes reagiert und gemeint «so wars nicht gewollt», ließ die kritisierten Grabplatten entfernen und kündigte weitere Nachbesserungen an. Bis heute freilich sei kein greifbares Ergebnis bekannt.

Nicht vergessen hat Hensler bei seinem Rathausplatz-Rückblick auch eine «willkürliche Versetzung» des im Jahr 1992 neu gestalteten Rathausbrunnens. Damit habe man Platz für ein geräumiges Festzelt schaffen wollen, das allerdings nur einmal aufgestellt worden sei.

Weitere wichtige Anliegen sind den Altstadtfreunden wieder einmal das Weidach-Schlössle und das Pumpenhaus in der Webergasse, wozu es bereits 1988 Ansätze zur Privatisierung gab. Da die Planung, hier einmal die neue Suttschule zu bauen, hinfällig sei, könne man jetzt wieder darüber nachdenken.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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