Ausland
Lisa Forstmaier aus Kempten wollte in Kenia eine andere Kultur kennenlernen und wurde zur Helferin

Kinder in Slums, Kinder, die von der Familie zum Betteln gezwungen werden, Kinder auf Müllhalden. Unter dem Motto 'Menschenwürdig leben, Kindern Zukunft geben' stand der Misereor-Sonntag der katholischen Kirche. In der Pfarrei Mariä Himmelfahrt beispielsweise wurde während des Gottesdienstes symbolisch eine Mauer durchbrochen – als Zeichen der Vernetzung, des fairen Handels, der Projektarbeit und eines solidarischen Lebensstils. Dazu gehörte die Tätigkeit von Lisa Forstmaier aus Sankt Mang, die von ihrem freiwilligen Jahr in Kenia berichtete.

An Hilfe hatte Lisa Forstmaier zuerst weniger gedacht. Sie wollte eine neue Kultur kennenlernen, eine neue Lebensart, erzählt sie. Nach dem Abitur ging die heute 23-jährige für ein Jahr ins Pangani Lutheran Children Center (PLCC) nach Kenia. Mädchen im Alter von fünf bis 20 Jahren werden dort für eine bessere Zukunft eine Zeitlang aufgenommen.

Doch 'frisch von der Schule in Deutschland, aber ohne Studium oder sonstige Ausbildung, ohne Beruf ist es vermessen, zu glauben, man könne als freiwillige Helferin in Kenia viel bewirken', gibt sie unumwunden zu.

Aufmerksamkeit und Zeit

Ihre Aufgabe war es, den Mädchen nach der Schule in der Freizeit Aufmerksamkeit und Zeit zu schenken, erzählt sie und bestätigt, dass diese Zeit sie für ihre Berufswahl geprägt habe: Heute studiert Forstmaier Soziale Arbeit.

Bis heute seien ihr die kleinen Freuden der Mädchen in Erinnerung geblieben: zum Beispiel einen Fußball zu haben (auch wenn ihm die Luft fehlt), Seifenblasen herzustellen oder mit Stiften und Malbüchern eigene Bilder zu schaffen und damit die Unterkünfte ein wenig bunter zu machen. Die 23-Jährige: 'Ich weiß erst seit dieser Zeit, was es heißt, wirklich zu hungern. Denn die Kinder dort haben nicht die Perspektive auf einen gefüllten Kühlschrank daheim.'

Weit über 60 Pfarrangehörige hörten den lebendigen Vortrag der jungen Christin und beteiligten sich auch an dem Misereor Quiz, grübelten unter anderem über das Gründungsjahr des Hilfswerks (1958). Anderen Menschen das Leben möglich machen – dazu reiche manchmal eine Geste, ein Gruß, ein Blickkontakt, meinte Pastoralreferentin Ursula Liebmann-Brack.

Pfarrer Thomas Hagen ging in seiner Predigt im Gottesdienst einen Schritt weiter, als er betonte: 'Es ist unser Auftrag als Christ, uns für ein Leben in Fülle auf den Weg zu machen und Menschen zum Leben zu verhelfen.'

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