Lindenberg
«Lindenberger» nur noch bis Juni?

Werden Ende Juni die letzten «Lindenberger» geboren? Am Dr. Otto Geßler-Krankenhaus steht die Schließung der geburtshilflichen Abteilung bevor. Einer der beiden Belegärzte, die die Abteilung betreiben, Dr. Friedrich Haag, hat zum 30. Juni ordentlich gekündigt.

Am kommenden Montag wird die Münchner Geschäftsführung in Lindenberg Gespräche mit den beiden Ärzten und Betroffenen führen, um «Möglichkeiten auszuloten», heißt es in einer Presseerklärung der Schwesternschaft.

Die Geburtshilfe wird seit Jahren von zwei niedergelassenen Frauenärzten betrieben, nachdem ein dritter Kollege im Sommer 2004 ausgeschieden war. «Ausführliche Bemühungen des Krankenhauses, einen neuen dritten Arzt zu gewinnen, sind seitdem ohne Erfolg geblieben», versichert die Geschäftsführerin, Generaloberin Edith Dürr.

Im Januar habe einer der beiden aktiven Ärzte angekündigt, zur Jahresmitte 2010 in den Ruhestand treten zu wollen.

«So haben wir mit einer Zeitschiene von eineinhalb Jahren gerechnet, um ein praktikables Lösungskonzept für eine Aufrechterhaltung der geburtshilflichen Versorgung zu erarbeiten», erklärt Edith Dürr. Vor sechs Wochen hat Haag sein Kündigungsschreiben abgesandt. «Für uns kam das unerwartet, denn wir können die Abteilung mit nur einem Arzt nicht weiter betreiben», so Dürr weiter.

«Auch wenn wir pro Jahr nur 250 Geburten haben, müssen wir rund um die Uhr ärztliche und pflegerische Versorgung gewährleisten.» Schon mit zwei Ärzten sei das keine leichte Aufgabe. «Die ideale Lösung für eine langfristige Beibehaltung der Geburtshilfe in Lindenberg wäre ein Modell mit drei Belegärzten», erläutert die Klinikleitung.

Dass Entlassungen von Klinikmitarbeitern die Folge einer möglichen Schließung sein könnten, dieser Angst versucht die Geschäftsführerin entgegenzuwirken: «Wir werden alles dafür tun, dass wir keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen müssen.»

Offenbar haben sich die Diskussionen um die Geburtshilfe Krankenhaus in Teilen der Lindenberger Bevölkerung bereits herumgesprochen. Schwangere Frauen möchten sich für den Erhalt der Einrichtung einsetzen und rufen deshalb zu einer Unterstützungsaktion am kommenden Montag, 27. April, um 13 Uhr vor der Klinik auf.

Bürgermeister Johann Zeh hat in einer Vorstandssitzung am Montag an die Verantwortlichen appelliert, «alles zu tun, um die Geburtshilfe in Lindenberg zu erhalten». Mehr könne die Stadt nicht tun, meinte er.

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