Kinderbetreuung
Lindenberger Kinderkrippe kommt ohne betreutes Wohnen

Die Kinderkrippe an der Lindenberger Lauenbühlstraße wird ohne darüber liegende Räume für betreutes Wohnen gebaut. Einen entsprechenden Beschluss hat der Stadtrat gegen acht Stimmen gefasst. Klar ist auch: Die Kirche wird sich nicht wie von einem Teil der Räte gewünscht an den Baukosten der Krippe beteiligen. Der Stadtrat hat in den vergangenen 14 Monaten mehrfach über die Kinderkrippe mit 45 Plätzen abgestimmt. Offen geblieben war dabei immer die Frage, ob im ersten Stock Betreutes Wohnen entstehen sollte. Vor allem einen Bedarf an günstigen Mietwohnungen sehen Kirche und Verwaltung in der Stadt. Es fand sich aber kein Investor für das Vorhaben, trotz << intensiver Bemühungen >> der Verwaltung, wie Bürgermeister Johann Zeh feststellte.

Deshalb wird jetzt allein die Krippe gebaut. Das eingeschossige Bauwerk soll aber so ausgeführt werden, dass es später aufgestockt werden könnte. Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von 1,45 Millionen Euro. Abzüglich der erwarteten Zuschüsse bleiben 436000 Euro.

Bezahlen wird sie allein die Stadt. Die Kirche ist zwar Trägerin des Hortes und bringt das Grundstück mit ein, wird sich aber anders als bei vergleichbaren Projekten nicht an den Baukosten beteiligen. Stadtpfarrer Leander Mikschl verwies auf entsprechende Aussagen der Diözese. Die Bischöfliche Finanzkammer gehe nicht von einer weitergehenden Beteiligung der Kirchenstiftung aus, so Mikschl.

SPD und Grünen stieß dies sauer auf. Helmut Böller hatte die Verwaltung in der Vergangenheit mehrfach aufgefordert, entsprechende Verhandlungen mit der Kirche zu führen. Er verwies erneut auf den Bau des benachbarten Kindergartens St. Afra 1993. Dort hatte die Kirche nach intensiven Verhandlungen mit der Stadt das Grundstück beigesteuert, zusätzlich aber ein Viertel der Kosten übernommen. << Sie müssen sich messen lassen an der Vereinbarung, die Dr.

Leifert damals geschlossen hat >>, so Böller zu Bürgermeister Zeh. Der wollte den Vergleich mit seinem Vorgänger nicht stehen lassen. << Das waren damals andere Zeiten >> (Zeh).

Abgesehen von der Frage der Finanzierung gab es noch einmal eine kurze Grundsatzdiskussion über den Bau der Krippe, die zwei bestehende Gruppen im Kindergarten St. Nikolaus (neben dem Gymnasium) und St. Afra ersetzen wird. Nach wie vor halten SPD und Grüne eine zentrale Krippe in der Stadt für die falsche Wahl und zwar sowohl aus pädagogischen Gründen als auch mit Blick auf Familien mit mehreren Kindern, die bald Kindergarten und Hort in verschiedenen Ortsteilen ansteuern müssen.

<< Wer für eine zentrale Lösung stimmt, sollte einmal mit dem Kinderwagen von der Lindenhöhe in die Lauenbühlstraße gehen >>, sagte Leo Wiedemann und bezeichnete die Entscheidung als << absoluten Nonsens >>, also Blödsinn.

Stadtpfarrer Leander Mikschl verwies seinerseits auf die größere Flexibilität, die eine große Einrichtung den Eltern biete und sachliche Zwänge, die gegen den Erhalt der einstmals provisorisch eingerichteten Krippengruppen in den Kindergärten sprechen würden. << Es wäre nötig gewesen, die Kindergärten erheblich zu verändern, um sie auf einen vernünftigen Stand zu bringen >>, so Mikschl.

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