Naturunterricht
Lindenberger Grundschüler untersuchen Kleinstlebewesen und Mooraufbau

Die Klasse 4b der Grundschule Lindenberg hat sich in einer Projektarbeit mit ihrer Lehrerin Stefanie Schröder und Lehramtsstudentin Silja Gretler etwa zweieinhalb Monate mit dem Waldsee beschäftigt. Die Schüler untersuchten im Waldseemoor das Torfmoos und eine Schwingwiese. Außerdem nahmen sie Proben vom Waldseewasser und entdeckten vielerlei Kleinstlebewesen. Die Klasse nutzte während des Projekts den außerschulischen Lernraum am Waldseebad, der von der Stadt eingerichtet wurde.

Zu Beginn des Projektes durften die Schüler mit der Erlaubnis des Landratsamtes Lindau Kaulquappen züchten. Da die Kaulquappen geschützt sind, darf man sie nur mit Genehmigung mitnehmen. Die Kinder lernten, dass man Froscheier nicht anfassen sollte, denn es könnte tödlich für den Laich sein.

Zunächst leben Kaulquappen am Wasser. Sie steigern ihre Nahrungsaufnahme und Bewegung täglich. Zuerst werden die Hinterbeine entwickelt. Wenn sie sich zu Fröschen entwickelt haben, gehen sie an Land und leben dort weiter.

Bei der Wirbellosenbestimmung mit Claudia Grießer, Expertin des Bund Naturschutz, hielt sich die Klasse 4b am Moosbach auf. Die Schüler stiegen mit Sieb, Pinsel und Plastikbecher in den Bach. Es wurden Wasserschnecken, Eintagsfliegenlarven, Steinfliegenlarven, Köcherfliegenlarven, kleine Krebse, Wasserläufer und sogar ein kleiner Fisch gefangen.

Claudia Grießer erklärte den Schülern, dass die gefundenen Tiere die Güteklasse I-II, also sehr gut, haben.

Reinhard Sieber, Studiendirektor am Gymnasium Lindenberg und ein Jahrzehnt Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, gab Erläuterungen zur Schwingwiese. Eine Schwingwiese ist ein Stück mit Torfmoos bewachsener Boden, der auf Wasser aufliegt und daher vollkommen beweglich ist. Deshalb darf man sie nie alleine betreten, weil man nie weiß, an welcher Stelle man einsinken könnte.

Auf der Schwingwiese wachsen Pflanzen wie die Orchideen und der Sonnentau, erklärte der Experte Reinhard Sieber. Wenn Torfmoos abstirbt, dann kann es wegen fehlendem Sauerstoff im Moor nicht vollständig abgebaut werden, wodurch Torf entsteht. Dieser wurde früher als Brennmaterial und für die Herstellung von Kleidung verwendet.

Eine Schülergruppe untersuchte den pH-Wert und das Nährsalzvorkommen in destilliertem Leitungs- und Waldseewasser. Sie konnten Unterschiede im pH-Wert feststellen (sauer, basisch, neutral), während gerade Leitungs- und Waldseewasser kaum Unterschiede in der Nährsalzmenge aufwiesen. Eine andere Gruppe fing am Waldseeufer Kleinstlebewesen wie Algen, Hüpferlinge, Daphnien, um sie mit einem Binokular zu untersuchen.

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