Liederkranz serviert Köstlichkeiten

Füssen | kb | Den großen Komponisten Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Johannes Brahms erwies der Liederkranz Füssen seine Reverenz bei der Chorserenade im Fürstensaal. Unter der umsichtigen Leitung von Walter Dolak bot der Chor deren Werke dem dankbaren Publikum als musikalische Köstlichkeiten. Dolak sprang Anfang des Jahres für Herbert Thaler ein, der aus gesundheitlichen Gründen seine Dirigententätigkeit nicht mehr ausüben kann. Er brachte sich jedoch im Konzert mit einigen Bearbeitungen ein. Professor Dr. Herbert Wiedemann aus Berlin zeigte sich wiederum, wie seit vielen Jahren, als versierter Begleiter am Klavier.

Gepflegter Klang auch bei den etwas leiseren Tönten

Schon beim langsamen, ausdrucksstarken Lied 'Im Abendrot' von Franz Schubert zeigte sich, dass der Chor auf ein sehr gepflegtes Piano achtet. Bei den folgenden Chören von Beethoven offenbarte sich, welche Nuancen der Dynamik dadurch herauszuholen sind, so dass die Stimmen bei 'Die Ehre Gottes aus der Natur' auch beim wuchtigen Forte nicht überfordert werden. Dies ist schon deshalb wichtig, weil hohe, strahlende Tenöre, wie bei vielen anderen Männerchören auch beim Liederkranz dünn gesät sind. Beim Gefangenenchor aus der Oper Fidelio wurden neben der geforderten Intimität die diffizilen Einsätze gut gemeistert. Die Sänger folgten konzentriert der äußerst klaren, aber keinesfalls aufwändigen Dirigierweise ihres Leiters. Gekonnte Atemgebung machte sich nicht nur beim Ständchen von Schubert bemerkbar. Texttreue Gestaltung bewies der Männerchor beim 'Lindenbaum'. Großes Einfühlungsvermögen verlangen die Lieder 'Die Nachtigall' , 'Du holde Kunst' von Schubert und 'In stiller Nacht' von Brahms. Für einen Laienchor waren die Darbietungen respektabel. Die Bassregister überzeugten dabei mit weichem Tonansatz.

Das Programm wurde im ersten und zweiten Teil durch solistische Klaviervorträge von Dr. Herbert Wiedemann ergänzt. Die verhalten-innige, dunkeltönende Gesangsmelodik des 2. Satzes aus der Sonate 'Pathétique' von Ludwig van Beethoven kam bei den schwierigen Begleitfiguren gut zur Geltung. Reizvoll dargeboten mit sprudelnden Läufen waren die beiden Impromptus von Franz Schubert.

Bewegt und funkelnd ließ der Männerchor das Gondelfahrerlied von Schubert erklingen. 'Der Widerspruch' erfreute bei der Wiedergabe durch bewusste Akzente in den straffen und ausholenden Phasen und durch die klare Artikulation. Beschwingt und mitreißend erklang zum Schluss der Ungarische Tanz Nr. 6 von Brahms.

Angehörige, Freunde und Gäste als wahre Fans des Männerchors

Die Angehörigen, Freunde und Gäste, die sowohl den Fürstensaal als auch das Papstzimmer füllten, erwiesen sich als wahre Fans des Männerchors und bedankten sich mit großem Beifall und Bravorufen. Sie erhielten als Zugabe 'Die Forelle' von Schubert und das Wiegenlied von Brahms. Eine schönere Bestätigung für ihre Leistungen konnten die Mitwirkenden nicht erhalten als durch das vieltönige 'Oh' beim Verlassen der Bühne.

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