Sonthofen
Lichtzeichen in der Dunkelheit

Es ist ein eigentümliches Stillleben, das den Besucher am Tunneleingang unterhalb des Sonthofer Kalvarienberges erwartet. Ein nüchterner, weißer Elektroschaltkasten, quietschgelbe Schutzhelme, jede Menge Taschenlampen und ein ziemlich dunkler Höhleneingang. Dort beginnt die Kunstausstellung der Allgäuer Künstlergruppe «Eigenart».

«Jeder Besucher muss sicherheitshalber einen Schutzhelm tragen und bekommt außerdem noch eine Taschenlampe in die Hand gedrückt», erläutert Mitorganisatorin Elke Matthiesen. In Kleingruppen werden die Besucher dann durch das künstlerisch gestaltete Tunnellabyrinth gelotst.

«Blau-Fern Dunkel-Nah» nennen die Künstler ihr diesjähriges Projekt. Der etwa 380 Meter lange Tunnel wurde 1944 von Soldaten gegraben, um der Bevölkerung Schutz vor Luftangriffen zu bieten. «Es gibt einige ältere Sonthofer Bürger, die dem Bauwerk ihr Leben verdanken», erzählt Matthiesen.

Seit fast zwei Jahren arbeiten zehn Künstler an der Idee, diese geschichtsträchtige Anlage zu bespielen. Nach langen Diskussionen stand für die Gruppe fest, dass im Mittelpunkt der Ausstellung das unmittelbare Erlebnis stehen soll, so Matthiesen: «Unsere Grundthemen sind die Enge, die Stille und die Dunkelheit.» Jeder einzelne Künstler entwickelte diese Grundthemen mit seinen Mitteln weiter.

Präsentiert werden nun verschiedene Klang- und Rauminstallationen, Objekte und Malerei. Einen besonderen Stellenwert nimmt im stockfinsteren Tunnel das Licht ein.

Elke Wieland zum Beispiel projiziert Lichtzeichen in die Dunkelheit, die einen Bezug zu Ariadnes Faden im Labyrinth herstellen, Elke Matthiesen stellt mit ihrer Lichtinstallation «War Light» Fragen nach der Orientierung und Ulrike Kennerknecht schafft mit einer bewegten Lichtskulpur einen Ort der inneren Einkehr. Aber auch haptisch erfahrbare Skulpturen oder irritierende Aktionen werden im Rahmen der Ausstellung zu erleben sein.

Den Aufbau ihrer Werke im Tunnel mussten die Künstler übrigens mit Stirnlampen und diversen Taschenlampen bewerkstelligen, was den Beteiligten einiges an Improvisation abverlangte. «Das ist wie eine Reise in eine ganz andere Welt. Eine Welt ohne Geräusche, ohne Farben, nur Stille und Dunkelheit», berichtet die teilnehmende Künstlerin Susanne Krämer.

Dauer: Vernissage: Freitag, 23. Oktober, 19 Uhr; Weitere Öffnungszeiten: Samstag, 24. Oktober, und Sonntag, 25. Oktober, sowie Samstag, 31. Oktober, und Sonntag, 1. November, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Voranmeldung im Gästeamt Sonthofen, Telefon 08321/615-291.

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