Schwangau
«Letzte Chance», um Schüler am Ort zu halten

Das Thema brennt: «Ohne rasche und konsequente Aufwertung werden viele Hauptschulen auf dem Land ausbluten», schlägt Gebhard Kaiser Alarm. Nur mit einer anspruchsvollen Mittelschule könne es in der Fläche gelingen, den wohnortnahen Unterricht nach der Grundschule zu sichern.

Der Oberallgäuer Landkreis-Chef und fast 70 seiner bayerischen Kollegen stellten sich daher gestern zum Abschluss ihrer Tagung in Schwangau geschlossen hinter die Reformpläne des bayerischen Kultusministeriums. Und die Allgäuer Landräte drücken aufs Tempo: Die neuen Mittelschulen sollen bereits zum Schuljahr 2010/11 starten.

Allerdings unter zwei Bedingungen: Die Landkreise müssen bei der Umsetzung ein gehöriges Wort mitreden dürfen, und die Trägerschaft müsse klar geregelt sein. Sprich: Die Landkreise würden gerne als zentrale Steuerebene für die nötigen Schulverbünde fungieren. Ein großräumiges Konzept und die bisherigen kommunalen Entscheidungsstrukturen - das passe nicht, findet etwa Johann Fleschhut (Ostallgäu).

«Außerdem wollen wir Konflikte in den einzelnen Orten vermeiden.»

Ohnehin zählt für Fleschhuts Amtskollegen Hans-Joachim Weirather jetzt nicht der blanke Standorterhalt, sondern das Wohl der Schüler. Angesichts früherer strategischer Fehler glaubt der Unterallgäuer zwar nicht, dass die anvisierte Mittelschule alle Probleme «dauerhaft und zufriedenstellend» löse. Doch er stehe hinter der Reform - selbst wenn dies für die Kreise beispielsweise Mehrkosten bei der Schülerbeförderung bedeute.

Neben dem Imagegewinn für die Hauptschule geht es den Landräten vor allem um die Stärkung der Inhalte. Ziel sei es, einen gegenüber anderen Schultypen gleichwertigen Abschluss zu bieten. Ermöglichen sollen das Zusatzqualifikationen in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Soziales.

«Das kann aber nur gelingen, wenn wir die Eltern der Dritt- und Viertklässler abholen», so Kaiser. «Wir müssen weg vom Image, dass Hauptschüler die sind, die übrigbleiben.» Wie viele Hauptschulen trotz Reform gefährdet sind - das will kein Landrat beurteilen. «Bei den kleinsten Schulen wird es nie eine Garantie geben», winkt Kaiser ab. Doch die Mittelschulen erhöhten die Chancen erheblich.

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