Lesen mit den Ohren

Lindau/Westallgäu | az | Die Blindenzeitung für den Landkreis Lindau, die Rotes Kreuz und Blindenbund gemeinsam herausgeben, feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Fast pünktlich zum Jubiläum wurde von Kassette auf CD umgestellt. Das neue Aufnahme- und Kopiergerät hat die Sünfzengesellschaft gesponsert.

'Grüß Gott, liebe Hörerinnen und Hörer' - so beginnt nicht etwa eine Rundfunksendung, sondern der Begrüßungstext zur Blindenzeitung, die zweimal pro Woche erscheint und sehbehinderten Menschen im Landkreis auf Tonträgern zugeschickt wird. Enthalten sind Auszüge der beiden Lokalzeitungen - für den oberen Landkreis Der Westallgäuer, für den unteren Kreis die Lindauer Zeitung.

Derzeit nutzen etwa 30 überwiegend ältere Menschen mit Sehbehinderung den Service, der vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK), Kreisverband Lindau, gemeinsam mit dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) organisiert wird.

Lindau sei 'Vorreiter' gewesen, als die Blindenzeitung im Februar 1983 gestartet wurde, sagte Robert Weichenmeier, Bezirksgruppenleiter Blindenbund Allgäu, bei einer kleinen Feierstunde im Lindauer Rotkreuzhaus in Erinnerung. Initiator war damals Alt-Landrat Klaus Henninger. Seitdem sind rund 5800 Kassetten besprochen worden. Zum Jahreswechsel nun wurde die Blindenzeitung von der mittlerweile veralteten Kassettentechnik auf CD-Technologie umgestellt. Gleichzeitig wurde die vergleichsweise bescheidene Jahresgebühr von 32 Euro auf 60 Euro erhöht.

Im Zuge der Umstellung mussten ein CD-Aufnahmegerät und ein Kopiertower (PC) gekauft werden. Diese Anschaffung wurde von der Lindauer Sünfzengesellschaft mit einem Betrag von 1500 Euro gesponsert, wofür sich der BRK-Kreisvorsitzende Johann Zeh beim Sünfzen-Vorsitzenden Peter Bürklin mit einer Urkunde bedankte. Zum Vergleich: Das alte Aufnahmegerät für die Kassetten kostete damals über 12 000 Mark. Maria-Luise Schiegg, Blinden- und Sehbehindertenbeauftragte für den Landkreis Lindau, lobte die deutlich bessere Qualität der CDs, zumal diese im Unterschied zur Kassette nicht zurückgegeben werden müssten. Die meisten 'Kunden' der Blindenzeitung seien schon im Besitz des neuen Abspielgeräts 'Daisy', das sich durch eine besonders einfache Bedienung auszeichne.

BRK-Kreisgeschäftsführer Michael Fischer hob in seiner Ansprache vor allem die Arbeit der zehn ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hervor, welche die Tonträger regelmäßig mit den neuesten Nachrichten besprechen. 'Lesen mit den Ohren' laute das Motto, das die Blindenzeitung seit ihrem ersten Erscheinen bis heute geprägt habe.

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