Kaufbeuren / Missen-Wilhams
Leo Hiemer dreht Doku-Film über Carl Hirnbein

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Schon lange träumt Regisseur Leo Hiemer von einem besonderen Projekt. Er will die sogenannte Allgäu-Trilogie von Peter Dörfler verfilmen. Sie erzählt die Geschichte des «Notwenders» und «Alpkönigs» Carl Hirnbein (1807 - 1871), der im 19. Jahrhundert die Milchwirtschaft im Flachsland Allgäu einführte und es somit vom blauen zum grünen Allgäu wandelte.

Verwirklichen konnte Hiemer seinen Traum nicht. Bis heute hat der Macher von «Leni muss fort» und des Kultfilms «Daheim sterben die Leut» keinen Geldgeber gefunden. Weder das Bayerische Fernsehen (BR) noch andere Sender ließen sich begeistern.

Einen kleinen Schritt ist der in Kaufbeuren lebende Hiemer allerdings vorangekommen: Für den BR wird er nun einen Dokumentarfilm über Hirnbein drehen. Mit dabei ist der Unterallgäuer Kabarettist Maxi Schafroth.

Rund zehn Millionen Euro würde ein dreiteiliger Spielfilm des dreiteiligen Hirnbein-Romans von Dörfler kosten, schätzt Hiemer. Das Drehbuch für den ersten Teil ist bereits fertig, verfasst von Hiemer und seinem Kameramann Marian Czura. Doch Geldgeber haben bis jetzt nicht angebissen. «Das Allgäu steht einfach nicht so im Brennpunkt», hat Hiemer erfahren müssen.

Waigel liebt Hirnbein-Romane

Allerdings hat er prominente Fürsprecher gewonnen. Schon seit vielen Jahren unterstützt und teilt der aus Weiler (Westallgäu) stammende und in München arbeitende Medizin-Professor Dr. Georg E. Vogel Hiemers Traum. Vogel konnte inzwischen auch den ehemaligen Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel (Seeg) ins Boot holen. Waigel ist laut Hiemer ein Fan der Allgäu-Trilogie.

Waigel versuchte, die Spitze des Bayerischen Rundfunks für das ehrgeizige Projekt zu gewinnen. Doch Progammdirektor Dr. Gerhard Fuchs lehnte ab. Begründung: Der BR könne ein solch großes Projekt ohne finanzstarken Partner nicht schultern. Der Hirnbein-Stoff sei allerdings zu regionalspezifisch, als dass sich ein Partner für eine Co-Produktion finden ließe.

«Ich habe mich aber nicht vertrösten lassen», sagt Hiemer. So kam man auf die Idee, zumindest einen 45-minütigen Dokumentarfilm über Hirnbein zu fertigen. Die Kosten dafür sind erheblich geringer. Rund 100000 Euro werden laut Hiemer veranschlagt.

Ab 19. Juli wird der Filmer an den Lebensstationen von Hirnbein drehen: auf dem Maienhof in Missen-Wilhams, wo er wirkte, auf dem Grüntenhaus, das er errichten ließ, in Weitnau, wo er starb, oder auch im Hirnbein-Museum in Missen. Im November muss er eine fertige Fassung in München abliefern. Der Sendetermin steht aber noch nicht fest.

Maxi Schafroth, der aufstrebende Kabarettist und Komödiant aus Ottobeuren, wird in dem Dokumentarfilm die Orte besuchen und Menschen interviewen. «Er ist der Kontaktmann für die Zuschauer», erklärt Hiemer. Schafroth werde außerdem dafür sorgen, dass der Film nicht zu ernst gerate, sondern auch unterhaltsam werde.

Verein soll Geld sammeln

Für Hiemer ist die Dokumentation eine schöne Sache - aber nur ein Schritt in Richtung Hirnbein-Spielfilm. Diesen Traum verfolgt er weiter. Georg E. Vogel und Theo Waigel unterstützen ihn. Vogel, der die Hirnbein-Gattin Anna Maria Heim aus Weiler zu seinen Vorfahren zählt, will mit Waigel sowie der Hirnbein-Verwandtschaft einen Verein gründen, mit dem Geld beschafft werden soll.

«Ich halte es für notwendig, dass dieser Spielfilm gemacht wird», erklärt Georg Vogel und ergänzt: «Ich will einen Allgäuer als Regisseur. Leo Hiemer ist der Einzige, der das kann.» (kpm)

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