Zensus
Leiter der Erhebungsstelle für die Volkszählung zieht eine Zwischenbilanz für das Unterallgäu

2Bilder

Um die deutsche Volkszählung, den «Zensus 2011», ist es ruhig geworden. Ziel ist die Ermittlung der genauen Einwohnerzahl Deutschlands. Außerdem sollen Informationen zum Wohnraum, zur Bildung und zum Erwerbsleben der Deutschen gewonnen werden. Die meisten der über 12400 ausgewählten Unterallgäuer wurden schon befragt. Doch in der Erhebungsstelle gleich neben dem Landratsamt wird weiter fleißig gearbeitet. Was dort noch gemacht wird und wie der Zensus bisher verlaufen ist, erklärt Dietmar Ernst, Leiter der Erhebungsstelle.

Wie lief die Volkszählung bisher?

Dietmar Ernst: Wirklich gut. Ich bin positiv überrascht, wie gut die Befragung mit den 150 Interviewern geklappt hat - das war schließlich eine bunte Mischung, vom Schüler bis zum Rentner. Die meisten waren auch relativ flink. Sie mussten die ausgefüllten Bögen ja bis Ende Juli abgeben.

Welche Erfahrungen haben die Interviewer bei den Befragten gemacht?

Ernst: Ebenfalls durchweg Positive. Ganz selten wurde auch mal eine Tür wieder zugeschlagen, aber es gab so gut wie keine Beschwerden. Anfängliche Bedenken sind also nicht eingetreten. Der Großteil der Leute hat auch den Fragebogen gleich mit den Interviewern ausgefüllt - was für uns einfacher ist.

Warum?

Ernst: Weil wir so die Fragebögen nun auch gleich hier haben und kein individueller Schriftverkehr mehr anfällt. Das ist bei den Selbstausfüllern nicht immer der Fall. Da muss man schon mal nachhaken.

Bei wie vielen war das der Fall?

Ernst: Etwas über sieben Prozent aller Auskunftspflichtigen wollten ihren Fragebogen selbst ausfüllen, per Hand oder im Internet. Das sind etwas mehr als 900 der insgesamt rund 12500Befragten. Etwa 200 dieser Selbstausfüller mussten von uns nochmals angeschrieben und erinnert werden.

Und dann kam die Antwort?

Ernst: Ja, denn meistens hatten die Betroffenen einfach vergessen, den Fragebogen auszufüllen. Doch wir haben momentan auch einen Fall, bei dem jetzt der Heranziehungsbescheid verschickt wurde.

Das bedeutet?

Ernst: Die Person wurde noch zwei weitere Male angeschrieben und hatte daraufhin jeweils zwei Wochen Zeit, zu antworten. Jetzt, nach dem Versenden des Heranziehungsbescheids, hat die Person nochmals zwei Wochen Zeit. Wenn dann keine Antwort kommt, wird ein Zwangsgeld in Höhe von 300 Euro erhoben.

Wie geht es weiter, wenn sich die Person dennoch nicht meldet?

Ernst: Dann kann erneut ein Zwangsgeld erhoben werden. Die Pflicht, den Fragebogen auszufüllen, bleibt aber bestehen.

Sind die Erinnerungen und Mahnungen, die Sie derzeit verschicken, Ihre letzte Aufgabe?

Ernst: Nein. Die Zensusstelle am Landratsamt besteht noch bis Ende April 2012. Momentan werden die Fragebögen im System erfasst. So kontrollieren wir, dass auch niemand vergessen wurde. Schon jetzt werden erfasste Bögen vom Landesamt für Statistik abgeholt. Dort werden sie ausgewertet.

Und was machen Sie anschließend?

Ernst: Es folgen noch Nacharbeiten wie die Erinnerungen und Mahnungen. Außerdem müssen wir uns um die sogenannte Ersatzvornahme bei der Gebäude- und Wohnungszählung kümmern, die das Landesamt für Statistik organisiert hat. Adressen, bei denen es Probleme gab, müssen noch einmal aufgesucht werden. Dazu reichen wohl zwei bis drei Interviewer aus. Wir haben hier Glück: In größeren Städten ist es sicher schwieriger, alle Leute zu erreichen. Melanie Hofmann

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen