Schaffenslust
Leihoma, Lesepate, Bewährungshelfer

Sie pauken mit leseschwachen Schülern, unterstützen Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder engagieren sich als Bewährungshelfer: Die Ehrenamtlichen der Freiwilligenagentur Schaffenslust. Vor fünf Jahren wurde der Verein in Memmingen und dem Unterallgäu gegründet. Seitdem haben sich laut Agenturleiterin Isabel Krings über 1500 Freiwillige in den verschiedenen Projekten engagiert. Der finanzielle Wert der geleisteten Stunden: laut Krings rund 400000 Euro allein in den vergangenen zwölf Monaten.

«Und es kommen immer Freiwillige hinzu», freut sich die Leiterin. Im Berichtsjahr 2009/10 waren es 300 neue Ehrenamtliche - oft Männer und Frauen, die neben ihrem Freiwilligendienst voll berufstätig sind. Sie haben nicht nur «Lust am Schaffen», sondern bringen auch Einfälle in die Agentur: «Die Leihoma ist solch eine Idee», erzählt Krings.

Allerdings können seit geraumer Zeit keine «Großmütter» mehr angefordert werden, denn die Agentur stellte das Projekt ein: «Viele Omas wurden zu wenig in die Familie integriert, bekamen keine Anerkennung. Manche wurden regelrecht ausgebeutet», so Krings.

Verschwindet ein Projekt, kommt oft schnell ein Neues. Für 2011 ist der sogenannte Seniorenbegleiter geplant. Ein Freiwilliger, der älteren Menschen die schweren Einkaufstüten trägt, sie beim Spazierengehen an der frischen Luft begleitet oder ihnen abends auf dem Sofa Geschichten vorliest.

«Das Angebot ist für Interessenten gedacht, die sich keinen Begleiter leisten können, der gegen Bezahlung arbeitet», betont Krings. «Allerdings wird es schwierig, die zu finden, die tatsächlich bedürftig sind. Oft melden sich die, die es nicht brauchen.»

Auch in anderen Projekten läuft nicht immer alles rund.

Heuer mussten 15 Prozent der «Patenkinder», die von Schülerpaten bei der Lehrstellensuche unterstützt wurden, das Projekt verlassen: «Sie hatten sich nicht an die Regeln gehalten.» Pünktlichkeit gehört dazu. Auch dürfen die Patenkinder nicht mehrmals unentschuldigt fehlen: «Wenn die Schüler keinen Leistungswillen zeigen, bringt es nichts.

Ein Rausschmiss ist gut überlegt.» Es kommt aber auch vor, dass Schülerpaten aussteigen: «Wenn sie mit schwierigen Schülern nicht klarkommen.» Doch für sie findet Krings oft ein anderes Betätigungsfeld: zum Beispiel Deutschlernen mit Kindergartenkindern, in Weltläden verkaufen oder mit geistig Behinderten Eis essen gehen.

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