Kaufbeuren
Leidenschaft und Lebensphilosophie

Der New York Marathon im Herbst 2008: Fast 40000 Menschen durchqueren auf der 42,195 Kilometer langen Strecke die fünf Stadtteile der Metropole. Unter ihnen auch Erich Wittlinger (50), Geschäftsführer des Sanitätshaus Wittlinger, Präsident des Kaufbeurer Rotary Clubs und passionierter Läufer. «Laufen ist für mich Leidenschaft und Lebensphilosophie», sagt er. «Die Gesundheit steht an oberster Stelle, Zeiten und Ergebnisse im Hintergrund.»

Außerdem sei das eigentlich Wichtige für ihn, bei einem Ereignis wie diesem dabei zu sein. «Die ganze Strecke entlang stehen Leute und feuern einen an», erzählt er. Es sei ein tolles Gefühl, auf den letzten Kilometern, wenn der ganze Körper schon schmerzt, noch mit einem «go, Eric, go!» zum Weiterlaufen angetrieben zu werden. Auf sein persönliches Laufergebnis kann er dennoch stolz sein: Er legte die Strecke in 3:49 Stunden zurück.

Training ist «Entspannung pur»

Wittlinger läuft bereits seit über 20 Jahren. Vier Mal die Woche, jedes Mal zwischen 14 und 18 Kilometer, das ist sein normales Trainingsprogramm.

Seine Lieblingsstrecke: Die Dampflokrunde von seinem Wohnort Osterzell nach Kaufbeuren - und das am besten an einem Winterabend, bei fünf, sechs Grad Minus, ausgerüstet mit einer Stirnlampe. «Das ist für mich Entspannung pur.» Die verschneite Landschaft, die Stille und die frische, sauerstoffreiche Luft: «Man fühlt sich fast wie in Alaska», schwärmt er. Acht Wochen vor Marathonbeginn erhöht er dann sein Training auf 135 Kilometer pro Woche. Seine Ernährung ist das ganze Jahr über gesund und genau aufs Laufen abgestimmt: Er verzichtet auf Zucker und Alkohol und greift statt dessen auf Vollkornprodukte zurück. Ein Mal im Jahr lässt er sich zudem umfassend ärztlich untersuchen.

Durch das Laufen baut er Stress ab, senkt so den Adrenalinpegel und vermindert dadurch die Gefahr eines Herzinfarktes. «Wenn ich mich mal von dieser Welt verabschiede, dann fit bis ins hohe Alter», das ist sein Motto. «Fit in die Kiste», fügt er lachend hinzu.

Laufen für den guten Zweck

Pro Jahr nimmt er inzwischen bei bis zu zehn Halbmarathons teil, die ganze Strecke hat er bisher in Berlin und New York bewältigt. Ob er als Nächstes in Hamburg oder Berlin starten wird, weiß er noch nicht genau. Eins steht aber fest: Der nächste Marathon kommt bestimmt. Als laufbegeisterter Präsident des Rotary Clubs liegt es nahe, dass Wittlinger auch in der Gruppierung «International Marathon Fellowship of Rotarians» (kurz IMFR) Mitglied ist.

Zusammen mit anderen Rotariern nimmt er die Möglichkeit wahr, bei verschiedenen Laufereignissen Gleichgesinnte zu treffen und «die Gemeinschaft zu leben», wie er sagt. Die 2006 gegründete IMFR hat es sich zum Ziel gesetzt, einmal im Jahr eine rotarische Veranstaltung bei einem großen internationalen Marathon durchzuführen. Dabei sollen die Stärkung internationaler rotarischer Freundschaften und das Laufen für einen guten Zweck im Vordergrund stehen. Die IMFR unterstützt das globale Ziel von Rotary: den Kampf gegen die Kinderlähmung und deren Ausrottung. Sämtliche Erlöse aus den Läufen werden gesammelt und von Rotary für Immunisierungs-Kampagnen in Entwicklungsländern eingesetzt. So brachte der Marathon in New York rund 2730 Euro ein.

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