Buchloe
Leichtes Spiel für Diebe

Der Briefkasten quillt über. Die Blumen lassen schon recht welk die Köpfe hängen. Die Rollläden sind seit Tagen heruntergelassen. Hier haben es die Hausbesitzer potenziellen Einbrechern einfach gemacht. Bereits auf den ersten Blick ist ersichtlich: niemand zu Hause. Wenn dann die Haustür aufgebrochen, Schmuck, Fernsehen und Computer weg sind, ist es auf einen Schlag auch mit der Urlaubserholung vorbei. Viele würden das Risiko, selbst Opfer eines Einbruchs zu werden, unterschätzen, sagt die Polizei. Gerade in der Ferienzeit warnen die Beamten deshalb vielerorts vor der gestiegenen Einbruchgefahr.

Selten wird gezielt eingebrochen

Denn: Nur etwa zwei bis drei Prozent aller Einbrüche erfolgen laut Polizei gezielt. In den meisten Fällen streifen die Täter durch die Straßen und suchen nach günstigen Gelegenheiten - wie etwa nach einem vorübergehend verwaisten Haus einer Urlauberfamilie.

Buchloe allerdings scheint für Einbrecher ein wenig lukratives Pflaster zu sein. «Wohnungseinbrüche sind hier eher selten, auch in der Urlaubszeit», verrät Otto Hahn (58) Leiter der Polizeiinspektion Buchloe. Und das hat auch einen guten Grund: «In einer Kleinstadt kennt man sich. Wenn ein Fremder um die Häuser schleicht, fällt das auf», erklärt Hahn.

Hohe Sozialkontrolle

Zudem sei die Sozialkontrolle wesentlich größer als in anonymen Großstadtsiedlungen. Sprich: «Oft ist es selbstverständlich, dass die Nachbarn auf das Haus der Urlauber aufpassen oder nach dem Rechten sehen.»

Mal die Blumen gießen, den Briefkasten leeren oder generell die Augen und Ohren offen halten - das, was also Sicherheitsexperten und Polizei vor allem in den Großstädten immer wieder fordern, scheint in einer Kleinstadt wie Buchloe «von alleine recht gut zu klappen», wie auch Hahn bestätigt.

Vor zu viel Unbekümmertheit warnt jedoch auch er. Von Ansagen auf dem Anrufbeantworter á la «Hallo, hier spricht Familie XY. Vom 10. bis 25. August sind wir im Urlaub» rät er entschieden ab.

Auch beim Austausch von Adressen mit der vermeintlich «harmlosen» Urlaubsbekanntschaft mahnt er zur Vorsicht: «Man sollte schon aufpassen, wem man seine Adresse gibt. Nicht, dass man Heim kommt und das Haus ist ausgeräumt.» Darüber hinaus gelte es, Türen und Fenster immer ordentlich zu verschließen.

Sollte dennoch ein Einbrecher versuchen, in das Haus einzusteigen, appelliert Hahn an die Nachbarn: «Bei verdächtigen Geräuschen oder Personen umgehend die Polizei verständigen.» Unter keinen Umständen sollte der Betroffene jedoch selbst tätig werden und versuchen, einzuschreiten oder die Diebe durch Schreie zu verjagen.

Modell Haushüter

Dass es erst gar nicht so weit kommt, dafür hat sich vor knapp 25 Jahren der Verband der Deutschen Haushüter-Agenturen (VDHA) gegründet.

Er stellt sogenannte Haushüter zur Verfügung. Das sind Menschen, die während des Urlaubs in das Zuhause der Verreisten einziehen und darauf aufpassen. Wer als Haushüter arbeiten will, muss ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Außerdem werden nach Angaben des Verbandes die wirtschaftlichen Verhältnisse des Haushüters genau unter die Lupe genommen. Diese Sicherheit hat auch ihren Preis: Rund 50 Euro kostet ein Haushüter pro Tag.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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