Kaufbeuren
Leichtes Spiel für Diebe

Der Briefkasten quillt über. Die Blumen lassen schon recht welk die Köpfe hängen. Die Rollläden sind seit Tagen heruntergelassen. Hier haben es die Hausbesitzer potenziellen Einbrechern einfach gemacht. Bereits auf den ersten Blick ist ersichtlich: Niemand zuhause. Wenn dann die Haustür aufgebrochen, Schmuck, Fernsehen und Computer weg sind, ist es auf einen Schlag auch mit der Urlaubserholung vorbei. Viele würden das Risiko, selbst Opfer eines Einbruchs zu werden, unterschätzen, sagt die Polizei.

Schwerer Schock

Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden aber bedeute für die Betroffenen einen schweren Schock. Die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl, die psychischen Folgen. «Sie sind meistens stärker als der materielle Schaden», sagt Thomas Wegst von der Kaufbeurer Polizei. Er rät daher in erster Linie, den Kontakt zu den Nachbarn zu pflegen. «Sie sollten sich während der Abwesenheit um das Haus kümmern, mal Blumen gießen, den Briefkasten leeren und Augen wie Ohren offenhalten», so Wegst weiter.

Nur etwa zwei bis drei Prozent aller Einbrüche erfolgen laut Polizei gezielt. In den meisten Fällen streifen die Täter durch die Straßen und suchen nach günstigen Gelegenheiten. Allerdings scheitern über ein Drittel aller Einbrüche bereits im Versuchsstadium. «Weil es viele Menschen instinktiv richtig machen, Fenster und Türen verschließen und andere Sicherheitsmaßnahmen treffen», erklärt Wegst. Auch Kellertüren sollten geschlossen werden. Denn die meisten Einbrecher, so Wegst, kämen über gekippte Fenster oder unversperrte Türen in Wohnungen und Häuser - oft nicht nachts, sondern tagsüber.

Er appelliert an Nachbarn, möglichst bereits bei verdächtigen Geräuschen oder Personen die Polizei zu verständigen. Und sollten es die Täter dennoch geschafft haben, in das Haus einzusteigen, bittet er die Betroffenen, am Tatort möglichst wenig zu verändern. Denn erst gemeinsam mit der Polizei sollten der Schaden begutachtet und gestohlene Gegenstände protokolliert werden.

Modell Haushüter

Dass es erst gar nicht so weit kommt, dafür hat sich vor knapp 25 Jahren der Verband der Deutschen Haushüter-Agenturen (VDHA) gegründet. Er stellt sogenannte Haushüter zur Verfügung. Das sind Menschen, die während des Urlaubs in das Zuhause der Verreisten einziehen und darauf aufpassen. Wer als Haushüter arbeiten will, muss ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Außerdem werden laut Verband seine wirtschaftlichen Verhältnisse unter die Lupe genommen. Der Preis: rund 50 Euro pro Tag.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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