Kempten
Leicht und rein

«In voce veritas» - abgewandelt vom weinseligen Spruch der alten Römer («in vino veritas») passt das Konzertmotto perfekt zu diesen 20-jährigen Jungmännern und deren nüchtern-kristallklarer Sangeskunst: Die Wahrheit liegt in der Stimme beim Konzert der Abiturienten des Dresdner Kreuzchors in der St.-Mang-Kirche. Die Zuhörer in den prall gefüllten Bänken waren ergriffen von den Tenor- und Bassstimmen, die in lupenreiner Harmonie aus der Tiefe des Chorraums kamen.

Die zehn Sänger mit ihrem dirigierenden Kameraden, deutlich dezimiert durch Abiturstress und Krankheiten, teilten ihr Konzert in eine geistliche und eine weltliche Hälfte. Vierstimmige Motetten von Hans Leo Hassler, J.S. Bach, Thomas Tallis, Jacobus Gallus und Felix Mendelssohn Bartholdy bildeten den ersten Teil. Anschließend improvisierte Kirchenmusikdirektor Frank Müller an der Hauptorgel nahtlos passend im Stile Mendelssohns.

Die Lieder der zweiten Konzerthälfte aus deutscher Romantik wirkten auf viele Besucher sicherlich noch ergreifender - falls überhaupt eine Steigerung möglich war.

Friedrich Silchers «Ännchen von Tharau» (trotz verschroben-sinnwidrigem Text) und Friedrich Glücks Liebes- und Lebensleid «In einem kühlen Grunde» wurden umrahmt von Mozarts klassischem «Bundeslied» und Béla Bartóks schwierig-modernen Chorstück «Ein Felsen».

Neuen Flügel eingeweiht

Nach einer weiteren auflockernden Orgelfantasie von Frank Müller ließ der kunstvoll «europäisierte» Gospel «Down by the Riverside» aufhorchen. Und ein schlankes Tenorsolo, ganz ohne Knödel, zierte «California Dreamin», sowie zum Schluss ein «Lullaby», mit Blue Notes im backing choir.

Die Zugabe kam dann wieder aus der Tiefe des Raum- und Zeitlosen, mit fast unerträglicher Leichtigkeit und Reinheit intoniert: «Heilig, heilig, heilig», das Sanctus der Deutschen Messe von Franz Schubert.

Eine willkommene Rückkehr ins Hier und Jetzt bedeutete im Anschluss für die Mitglieder des St. Mang-Kirchen-Fördervereins das Buffet im Gemeindesaal sowie die Einweihung des neuen Flügels durch Müller und den «Überraschungsgast», Dekan Jörg Dittmar.

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