Kaufbeuren / Ostallgäu
Lebenshilfe arbeitet am Thema Zukunft

Bereits 2006 verabschiedeten die Vereinigten Nationen eine Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Voriges Jahr ratifizierte Deutschland diese Konvention. Die Bundesvereinigung der Lebenshilfen hat aufgrund dieser Grundsätze und des 50-jährigen Bestehens der Organisation neue Ziele definiert und eine «Vision 2020» entworfen, der sich die Lebenshilfe Ostallgäu anschloss.

Im Frühjahr hatte Professor Ulrich Bauder die Vision bei einer Veranstaltung in Kaufbeuren vorgestellt. In den Lebenshilfevereinigungen sei zu klären, welche Möglichkeiten Menschen mit Behinderung in Zukunft eröffnet werden müssen, was von der Gesellschaft einzufordern ist und was innerhalb der Lebenshilfe selbst verändert werden muss, erläutert Fritz Keiditsch von der Lebenshilfe das Konzept in der jüngsten Ausgabe von «Luag nei», dem Magazin der Lebenshilfe Ostallgäu.

Geltendes Recht entfalten

Hintergrund ist, dass das nun geltende Recht auch zur Wirkung kommen sollte. Deshalb gebe es keinen Grund, warum behinderte und nicht behinderte Kinder nicht gemeinsam dieselben Kindergärten oder Schulen besuchen sollten, meint Bauder.

Daraus resultiert die Hauptforderung der Vision 2020: Inklusion - das heißt, die uneingeschränkte Teilhabe an der Gesellschaft als einen weiteren Schritt zur Normalität - «denn es ist normal, anders zu sein», erklärt Hans Raabe vom Vorstand der Lebenshilfe Ostallgäu.

In der Vision stellen sich die Lebenshilfen zudem den Abbau von Hindernissen und die Bereitstellung notwendiger Hilfeleistungen für Behinderte vor. Dazu trügen die Lebenshilfen als «Bürgerbewegung» mit ihrer «Fachkompetenz» bei, erläutert Keiditsch. Zu einer Gesellschaft ohne Barrieren gehörten außerdem konkrete Verbesserungen im Bereich Wohnen, Arbeit, Eigentum, Gesundheit oder Recht. Ziel der Vision sei eine Weiterentwicklung der Gesellschaft, damit «alle Menschen volle Menschen- und Bürgerrechte genießen».

Die Lebenshilfe Ostallgäu hat diese Vision als Grundlage genommen - dazu Meinungen von Behinderten und ihren Angehörigen gesammelt -, und will daraus ihre eigene konkrete Idee entwickeln. «Das Ziel Inklusion in gut zehn Jahren darf Vision, aber nicht Illusion sein», betont Raabe. Die Betroffenen sind allerdings noch skeptisch: «Da muss die Gesellschaft aber noch grundlegend umdenken. Man beachte nur die Entwicklung der Ellbogengesellschaft.»

www.lebenshilfe-ostallgaeu.de

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen