Buchenberg
Lebensgroße Kuh für die Festwoche

«Natürlich hängt man an so einem Tier», sagt Lehrerin Stephanie Klein. «Schließlich haben wir ihm drei Wochen lang beim Gedeihen zugeschaut.» Die 35-Jährige blickt lachend zur lebensgroßen Kuh aus Pappmaché, der die Kinder Kringel aufs gelbgrüne «Fell» malen. Die Drittklässler aus Buchenberg nehmen am Projekt «Oifach Kuhl» des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Kreisverband Oberallgäu, teil.

Die in vielen Stunden Handarbeit hergestellte Kunstkuh wird vom Buchenberger Klassenzimmer aus direkt zur Festwochenausstellung transportiert. Dort trifft sie auf 24 weitere von Kindern aus Kemptener und Oberallgäuer Schulen gestaltete Kühe. Sie sollen vor Ort für den guten Zweck versteigert werden. Apropos versteigern. «Mindestens 1000 Euro muss die Kuh kosten. Schließlich haben wir uns ganz viel Mühe gegeben und lange daran gearbeitet,» sagt die kleine Isabell. Mitschülerin Antonia stimmt zu. «Es hat viel Spaß gemacht, so lange an der großen Kuh zu arbeiten.» Das Mädchen gab die Mustervorlage. Die Klasse verpasste dem Vierbeiner mit «Chris Kringeli» dann den treffenden Namen. Zuvor hatte Bauerntochter Patricia mit ihrer Digitalkamera im Stall Kuhfotos geschossen, um möglichst naturgetreues Anschauungsmaterial zu haben.

Auch vom Kopf. «Zuerst müssen die Hörner befestigt werden, darunter kommen die Ohren», beschreibt ihre Freundin Bianca, ebenfalls eine Bauerntochter.

«Berge von Allgäuer Zeitungen»

Um überhaupt die richtigen Kuhproportionen zu finden, wurde im Klassenzimmer eine Zeichnung über einen Projektor an die Wand gestrahlt. «Die Form haben wird dann auf einer großen Pappe mit schwarzer Wachsmalkreide nachgezeichnet,» beschreibt Sebastian die Anfänge von Chris Kringeli. Um der Kuh Fülle zu verpassen, ist die Kontur mit viel Pappmaché gefüllt worden. «Die Kinder haben dafür Berge von Allgäuer Zeitungen angeschleppt,» sagt Stephanie Klein. Zunächst habe sich die Lehrerin überlegt, eine Zeitungskuh zu gestalten. «Doch es gibt ja schon eine Zeitungsente...»

Über zwei Meter ist Chris Kringeli lang und rund 1,30 Meter hoch. «Da brauchen wir schon drei Erwachsene, um die Kuh zu transportieren», sagt die Lehrerin. Schließlich gehts Ende Juli ab in den «Stall» in der Wittelsbacher Schule. «Meine Mama organisiert dafür einen Viehwagen,» macht Bianca klar, dass der Transport geregelt ist. Ihre Mama, Elfi Hagg, ist Buchenbergs Ortsbäuerin. Sie hatte die Teilnahme am Wettbewerb angeregt, weil Kinder «mehr über die Milchwirtschaft erfahren sollten». Auch fördere die Gemeinschaftsaktion das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder, mache ihnen zudem «riesig viel Spaß».

Bald wird Chris Kringeli den Weg zur Herde in Kempten antreten. Ihre Artgenossen interessieren freilich auch. Stephanie Klein: «Die Herde wird für viele Kinder ein Anreiz sein, mit ihren Eltern zur Allgäuer Festwoche zu gehen.» Die Kunstkühe sollen von den Besuchern auch bewertet werden. Gesucht wird unter anderem die «Kuhlste».

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