Marktoberdorf
Leben im Hochmoor

Rund 50 Interessierte kamen zur Führung von Julia Wehnert im Dümpfelmoos bei Geisenried. Die Diplombiologin, Gebietsbetreuerin Allgäuer Moore des Bund Naturschutz im Ostallgäu, sprach dabei über das vielfältige Leben im Hochmoor.

Mit einem Bohrer zeigte Wehnert, dass sich unter der Torfschicht Seeton befindet. Dieser verursachte nach der letzten Eiszeit, dass sich Wasser sammelte. Hier konnten Torfmoose wachsen. Sie sind entscheidend für die Entstehung der Hochmoore und schaffen ein saures Milieu, das viele Pflanzen im Wuchs behindert. Während sich Torfmoose nach oben entwickeln, sterben sie unten wegen Luftabschluss ab. Aus dem nicht vollständig zersetzten Gewebe entsteht Torf.

Den Wuchs des Torfmooses konnte Wehnert besonders gut an Grundstücken zeigen, die die Ortsgruppe des Bund Naturschutz renaturiert. Hier wurde früher Torf abgebaut und das Moor entwässert. Deswegen starben die Torfmoose ab. Durch die Wiedervernässung wachsen die verschiedenfarbigen Torfmoose erneut. Wehnert erklärte, dass diese in der Lage sind, mehr als das 30-Fache ihrer Trockenmasse an Wasser zu speichern.

In einem noch besser erhaltenen Bereich des Hochmoores zeigte Wehnert den Teilnehmern einige Pflanzen, die unter den nährstoffarmen und sauren Bedingungen wachsen können. Einige Interessierte versuchten Heidelbeeren, Preiselbeeren und sogar Rauschbeeren. Letztere ist auch für den Hochmoorgelbling lebenswichtig. Die Raupen dieses Schmetterlings fressen an der Rauschbeere.

Deutlich mehr Pflanzen und Tiere

Wehnert führte die Gruppe auch zu einer Streuwiese, die sich in der Nähe befindet. Auf einer Streuwiese leben deutlich mehr Pflanzen- und Tierarten als auf einer normal bewirtschafteten Wiese. Dort hörten die Teilnehmer verschiedene Heuschreckenarten zirpen. Zum Schluss zeigte Wehnert Eier des Lungenenzian-Ameisenbläulings. Diese Schmetterlingsart kann nur dort leben, wo es Lungenenzian oder Schwalbenwurzenzian gibt.

Erstaunt hörten viele zum ersten Mal die Lebensgeschichte der seltenen Schmetterlingsart. Bei der Führung im Rahmen der Bayern Tour Natur wurde deutlich, dass Moorschutz nicht nur Hochwasser- und Klimaschutz bedeutet, sondern auch für den Artenschutz wichtig ist.

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