Lindenberg / Oberstaufen
«Laute Punkmusik verleiht zusätzliche Motivation»

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Es ist einer der ältesten und traditionsreichsten Kletterwettbewerbe der Republik: Zum 21. Mal findet heuer der Allgäuer Sportkletter-Cup statt, der von der DAV-Sektion Oberstaufen/Lindenberg ausgerichtet wird. Er geht am kommenden Wochenende, 14./15. November, in der Sporthalle Kalzhofen (Oberstaufen) über die Bühne. Eine gesunde Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spaß - das ist aus Sicht von Kathrin Straubinger (29) vom Alpenverein das Erfolgsrezept der Veranstaltung. «Wir haben in der Region eine Einzelstellung», ist sich die Lindenbergerin sicher, die im vierköpfigen Organisationsteam mitwirkt.

Vor einigen Jahren sind schon Kletterer in Lederhosen angetreten oder haben Kletterschuhe mit rustikalen Bergstiefeln getauscht. Gibt es solche spaßigen Einlagen heutzutage auch noch oder dominiert mittlerweile die Ernsthaftigkeit?

Kathrin Straubinger: In diesem Maße gibt es solche Einlagen nicht mehr. Maxi Klaus ist damals in Lederhosen und zwei Jahre später in Bergstiefeln geklettert, weil er schon so oft gewonnen hatte. Das bleibt wohl einmalig. Ansonsten sind Ernsthaftigkeit und Spaß bei uns kombiniert. Es ist ein ernstzunehmender Wettbewerb für ambitionierte Kletterer, aber ohne Druck oder Anspannung wie beispielsweise bei einem Deutschland-Cup.

Die Show und das Drumherum spielen eine nicht unbedeutende Rolle. Wenn die Sportkletterer an der Wand hängen, werden sie von lauter Musik begleitet. Bringt jeder Teilnehmer seine eigenen Lieder mit? Oder nach welchen Gesichtspunkten wird die Musik ausgesucht?

Straubinger: Gerade im Finale kommen manche Kletterer mit Liedwünschen oder geben eigene CDs ab, weil sie die Musik als Ansporn brauchen. Das ist eben eine psychische Geschichte. Oft sind da auch härtere Sachen wie Punk dabei, die die Sportler antreiben sollen. Ansonsten suchen wir die Musik so aus, dass sie zur Person passt oder ein Spannungsbogen entsteht.

Seit sieben Jahren sind Mitglieder des Nationalkaders nicht zugelassen. Wie wirkt sich das auf das Niveau aus?

Straubinger: Das Niveau hat sich nicht wesentlich verändert. Wir wollten durch die Regeländerung verstärkt Kletterer aus der Region ansprechen - und auch hier haben wir einige Hochkaräter. Da geht es bis zum Schwierigkeitsgrad 10 minus. Solche Leistungen können sich auch beim Deutschland-Cup sehen lassen.

Wie viele Teilnehmer werden nächstes Wochenende erwartet und wer sind die Favoriten?

Straubinger: In den letzten Jahren hat sich die Zahl bei etwa 100 eingependelt. Das erwarten wir heuer auch. Wir hatten aber auch schon 130 und mussten dann die Starterliste schließen. Favoritin bei den Frauen ist Ines Holtzmeyer aus Kornwestheim, die letztes Jahr Zweite war und 2007 gewonnen hat. Titelverteidigerin Kathrin Lehmann hat sich leider noch nicht angemeldet. Bei den Männern ist Vorjahressieger Christoph Zöh aus Kempten wieder der Favorit.

Wie hoch ist die Quote an heimischen Startern?

Straubinger: Aus dem Westallgäu sind es etwa 15 Prozent, wobei die Quote bei den Jugendlichen etwas höher ist als bei den Erwachsenen. Hinzu kommen noch etwa 20 Prozent aus dem Oberallgäu.

In den vergangenen Jahren wurde stets zwischen 500 und 700 Zuschauer erwartet. Welche Zahl strebt die DAV-Sektion Lindenberg-Oberstaufen heuer an?

Straubinger: Wir hoffen auf 700 Leute, wobei es stark wetterabhängig ist. Letztes Jahr hatten wir strahlenden Sonnenschein und einen Meter Schnee, da sind die Besucher tagsüber ausgeblieben und erst abends gekommen. Aber beim Finale ist eigentlich immer viel los. Da wird es richtig spannend, ein echter Nervenkrimi, bei dem ein Zug mehr oder weniger über den Sieg entscheidet.

Der Allgäuer Sportkletter-Cup findet zum 21. Mal statt. Welche Bedeutung hat er aus Ihrer Sicht in der Region? Gibt es noch andere Wettbewerbe in dieser Größenordnung?

Straubinger: Deutschlandweit ist es sicher einer der ältesten Wettbewerbe. Doch auch nach 20 Jahren ist das Interesse ungebrochen. Wir sind eben der «etwas andere Cup»: Bei uns kann jeder mitmachen, es gibt keine Qualifikation und das Niveau stimmt trotzdem. Hinzu kommt der Geselligkeitsfaktor. Viele kommen jedes Jahr, das ist fast schon wie in einer Familie. Und auch die Motivation der Helfer ist ungebrochen. Von dem her haben wir in der Region sicher eine Einzelstellung.

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