Lassen Sie gute Ideen nicht zerstören

Marktoberdorf/Ostallgäu (am). In einer Feierstunde wurden 123 Auszubildende - 118 hatten den Abschluss bestanden - in der Aula der Staatlichen Berufsschule in Marktoberdorf von Oberstudiendirektor Remigius Kirchmaier ins Berufsleben entlassen. Für herausragende schulische Leistungen erhielten einige Schüler Preise.

Kirchmaier gab den Absolventen viele Anregungen mit in das Berufsleben. Es lohne sich, sagte, er, sich im persönlichen wie auch im Arbeitsbereich Ziele zu setzen. Das duale System - hier Betrieb, dort Berufsschule - habe sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem Berufsausbildungsweg entwickelt, der heute weltweit als der beste gilt. Er gewährleiste eine erstklassige Ausbildung, bei der fachliches Können und solide handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt werden. Auch das menschliche Miteinander im Betrieb, die Fähigkeit zu Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein könnten die Absolventen nun mit auf den weiteren Lebensweg nehmen.

Kritik setzte der Schulleiter in der Personalausstattung an. 'Ich melde erhebliche Zweifel an, ob sie den Anforderungen gerecht wird, die an die Schulen gestellt werden.' In keinem Bundesland werde so wenig Berufsschulunterricht angeboten wie in Bayern. 'Wir werden deshalb nicht müde, beim Kultusministerium und bei den verantwortlichen Politikern eine adäquate Lehrerversorgung zu fordern.' Die Unterrichtsqualität an der Berufsschule hänge nicht allein von den äußeren Rahmenbedingungen, sondern auch von deren Umsetzen an der jeweiligen Schule ab. 'Wir gestalten unsere Schule im Rahmen unserer Möglichkeiten zu einer innovativen und erfolgreichen Schule.

An die Schüler gewandt, sagte der Schulleiter, dass vor ihnen schwierige Aufgaben liegen. Sie hätten aber jetzt mit dem Berufsschulabschluss und zum Teil hervorragenden Leistungen bewiesen, dass sie Verantwortung für ihr Leben, aber auch für die Wirtschaft und für die Gesellschaft übernehmen könnten. 'Trauen Sie sich etwas zu! Lassen Sie gute Ideen nicht von Bedenkenträgern zerstören! Setzen Sie sich keine Grenzen, sondern definieren Sie nun die richtigen Maßstäbe!' Als Beispiel nannte er die deutsche Handball-Nationalmannschaft, die von Anfang an an den Gewinn der Weltmeisterschaft geglaubt hatte, obwohl ihr das kaum einer zugetraut hatte.

Ausgezeichneter Ruf

Bürgermeister Werner Himmer sprach auch im Namen von Landrat Johann Fleschhut davon, dass derjenige, der eine solide Ausbildung nachweise, nicht nur besser vor Arbeitslosigkeit geschützt sei, sondern die Aufstiegs- und Verdienstchancen verbessere. Der intensiven Zusammenarbeit von Ausbildern in den Betrieben und von Berufsschullehrern komme eine Schlüsselrolle im System der dualen Berufsausbildung zu. Die Berufsschule in Marktoberdorf genieße in der Öffentlichkeit einen ausgezeichneten Ruf. Der Sachaufwandsträger, der Landkreis Ostallgäu, habe immer wieder große Anstrengungen unternommen, um die Rahmenbedingungen so optimal wie möglich zu gestalten, dann könnten auch Innovation Erfolg haben.

Petra Brandl von der Kraftfahrzeug-Innung Schwaben nannte eine erfolgreiche Ausbildung in Betrieb und Schule im Hinblick auf die rasante technische Entwicklung in vielen Bereichen äußerst wichtig.

Die Absolventen Bahar Baslamis und Benedikt Geiger moderierten die Feier und ließen auch Schüler ihre Sicht der Schulausbildung beschreiben. Ein Posaunentrio des Gymnasiums Marktoberdorf gab der Veranstaltung den musikalischen Rahmen.

Sieben Preisträger

Oberstudiendirektor Remigius Kirchmaier zeichnete sieben Schüler als Klassenbeste aus. 'Sie haben hart dafür arbeiten müssen. Denn Sie wussten: Ein solches Ziel erreicht man nur, wenn man mehr tut als andere.' Die Ehrung nahmen Bürgermeister Werner Himmer und Petra Brandl von der Kraftfahrzeug-Innung ebenso mit vor wie Peter Herfert, Präsident des Rotary-Clubs Marktoberdorf. Er überreichte der besten Bankkauffrau, Stefanie Gschwill (Sparkasse Allgäu), den Rotarier-Sonderpreis. Einen Staatspreis der Regierung von Schwaben erhielt Arzthelferin Jessica Schellenberg (Ausbildungsbetrieb Dr. Thiele, Füssen), Landkreispreise gingen an Christoph Aicher (Auto Singer, Marktoberdorf), Tanja Schuster (Bankkauffrau, Sparkasse Kaufbeuren) und Elisabeth Müller (Bürokauffrau, Autohaus Miller Roßhaupten und Firma Prometall, Senn). Den Förderkreispreis nahm Manuel Schilder (Autohaus Allgäu, Kaufbeuren) entgegen, einen Buchpreis erhielt Melanie Ludwig (Automobilkauffrau, Hofmann KG Memmingen).

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