Langsam wieder mehr Platz in Kindergärten

Marktoberdorf | af | Es gab Zeiten, da platzten die Marktoberdorfer Kindergärten aus allen Nähten. Inzwischen zeichnet sich ab, dass angesichts sinkender Geburtenzahlen dort immer mehr Plätze frei bleiben. Auch wenn die Forderungen nach weiteren Gruppen in Leuterschach und Thalhofen in der jüngsten Stadtratssitzung nicht verhallten, blieb Bürgermeister Werner Himmer dabei: 'Die Gesamtsituation ist das entscheidende.'

Das Stadtoberhaupt erinnerte an Rieder. Es gab heftige Diskussionen über eine Erweiterung. Seit zwei Jahren aber wird noch nicht einmal mehr die bestehende Gruppe voll. Und dem Argument von Axel Maaß (Grüne), seit Jahrzehnten müssten Leuterschacher Eltern ihre Sprösslinge in andere Kindergärten gefahren, hielten andere entgegen, das sei in Sulzschneid nicht anders.

Die 'Zugpferde' in der Kindergartenlandschaft sind den Zahlen von Wolfgang Wieder von der Verwaltung zufolge der naturnahe Kindergarten 'Purzelbaum' und die Kinderkrippe 'Sonnenschein': 'Da hat die Stadt frühzeitig auf den Bedarf reagiert', sagte er.

Mit Mittagessen und in den Ferien

Gleiches gelte für die Schulkinderbetreuung. Sie wurde in diesem Schuljahr erstmals angeboten. Insgesamt sind es derzeit 47 Mädchen und Buben, deren Eltern die Einrichtung nach dem Unterricht nutzen. Weil verstärkt nach Betreuung auch in den Ferien sowie nach Mittagessen gefragt wurde, soll dies ab Herbst angeboten werden.

Zum neuen Schuljahr sind bereits 70 Kinder angemeldet. Für St. Martin steht ein Klassenzimmer zur Verfügung, für Schüler der Adalbert-Stifter-Schule gibt es zwei Räume oberhalb der angrenzenden Turnhalle. In Thalhofen stieß der Kindergarten an seine Kapazitätsgrenzen. Deshalb findet die Betreuung künftig an der dortigen Grundschule statt.

Dabei steht Thalhofen in einer besonderen Situation. Dort können nur 24 statt der von den Eltern gewünschten 30 Kinder aufgenommen werden. Der Grund liegt laut Wieder im Gesetz. Die betreuten Schüler werden 'fördertechnisch dem jeweiligen Kindergarten zugeschlagen werden'. Der wird als Bildungseinrichtung aber nur dann vom Freistaat gefördert, wenn mehr als die Hälfte der Kinder mindestens 20 Wochenstunden lang betreut wird. Das wiederum treffe auf Schüler kaum zu. Die Folge: Die Schülergruppe muss stets um eine Person geringer sein als die Kindergartengruppe, um die Quote zu erfüllen.

Staat verkauft 'Mogelpackung'

An diesem Punkt rieben sich mehrere Stadträte. Der Staat ziehe sich aus der Verantwortung, kritisierten Wolfgang Schmid und Otto Osterried (Freie Wähler). Von einer 'Mogelpackung', bei der die Kommune in Vorleistung trete, die Landesregierung dann aber die Lorbeeren einstreiche, sprach Axel Maaß. Himmer will deshalb eine Gesprächrunde der Fraktionsvorsitzenden und der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer initiieren.

Markus Singer (CSU) urteilte, die Stadt sei in Sachen Kindergarten gut aufgestellt. Doch regte er mehr Vielfalt an, was die Ausrichtung angeht, so zum Beispiel die Einrichtung einer Montessori-Gruppe.

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