Langfristig müssen 90 Millionen Euro eingespart werden

Memmingen/Erkheim | syr | Irmgard Kellnhofer ist zum zweiten Mal in die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche gewählt worden (wir berichteten). Die 51-jährige Bankangestellte aus Erkheim wird das Dekanat Memmingen dort während der neuen Synodalperiode von März 2008 bis März 2014 vertreten. Die MZ unterhielt sich mit ihr über die Arbeit im Gremium.

Frau Kellnhofer, Sie waren sechs Jahre Mitglied der Landessynode und haben jetzt wieder kandidiert. Warum haben Sie sich dazu entschieden?

Kellnhofer: Ich habe mich in diesen sechs Jahren gut eingearbeitet und bin jetzt mit den Strukturen vertraut. Ich kenne den Arbeitsumfang und weiß, wie viel Zeit ich einplanen muss. Außerdem halte ich es für wichtig, dass neben den vielen Männern auch zahlreiche Frauen kandidieren. Daneben habe ich in den letzten Jahren wichtige Prozesse mit angestoßen und möchte diese gern weiter begleiten.

Können Sie ihre bisherige Arbeit in der Landessynode genauer beschreiben?

Kellnhofer: Die letzten sechs Jahre waren von zwei wichtigen Themen bestimmt, die auch in die kommende Synodalperiode hineinreichen werden. Zum einen war das der finanzielle Konsolidierungsprozess, zum anderen der Prozess 'Kirche vor Ort'.

Langfristig müssen in der Finanzierung unserer Kirche 90 Millionen Euro eingespart werden. Dies führte zu starken Einschnitten in allen Bereichen bis in unsere Kirchengemeinden hinein, die für Baumaßnahmen kaum noch Mittel zu erwarten hatten. Priorität hatten unter anderem die Bereiche Jugend, Seelsorge und diakonisches Handeln.

Bei 'Kirche vor Ort' geht es darum, wie man die Kirche verändern kann, damit die Menschen erreicht werden. Viele erleben die Kirche heute nur in besonderen Situationen wie Taufe, Konfirmation, Hochzeit oder Beerdigung. Hier gilt es, neue Strukturen zu entwickeln.

Wissen Sie schon, welche Themen in der neuen Synodalperiode anstehen?

Kellnhofer: 'Kirche vor Ort' und Konsolidierung werden uns weiter beschäftigen. Im Personalbereich ist die Konsolidierung noch nicht abgeschlossen. Es sollen Pfarrstellen abgebaut werden. Allerdings will man jungen Menschen, die Pfarrerin oder Pfarrer werden möchten, nicht den Weg verbauen. Durch die derzeit erhöhten Kirchensteuereinnahmen können Rücklagen gebildet und der notwendige Stellenabbau verlangsamt werden. Daneben wird das Thema Klimawandel ein Schwerpunkt sein.

Sie haben davon gesprochen, dass Sie sich ihre Arbeit mittlerweile gut einteilen können. Wie viel Zeit investieren Sie denn für die Synode? Sie sind ja auch berufstätig.

Kellnhofer: Ich arbeite als Bankangestellte. Allerdings nur in Teilzeit. Ich habe mal hochgerechnet, wie viel Zeit ich aufwende. Mit Tagungen, Sitzungen und Vorbereitungen sind es vier, fünf Wochen im Jahr.

Und was ermuntert Sie zu diesem Engagement?

Kellnhofer: Es ist schön, die Kirche in einem Gremium mitgestalten zu können. Ich kann meine langjährige Erfahrung als Kirchenvorsteherin gut einbringen. Zudem gefällt mir das harmonische Miteinander verschiedener Berufsgruppen. In der Synode ist ein riesiges Spektrum vertreten - vom Angestellten bis hin zum Hochschulprofessor.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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