Denklingen
Lange Risse in den Fresken

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Schlichte, kleine Metallplättchen bedecken manche Stellen der herrlichen Deckenfresken der Denklinger Pfarrkirche St. Michael. Bei den winzigen Fremdkörpern handelt es sich um Notsicherungen in der Spät-Rokoko-Kirche. Denn die Decke ist teilweise von langen Rissen durchzogen. Die kleinen Plättchen und Schrauben sollen verhindern, dass sich die Risse ausweiten oder auch Teilchen herunterbröckeln.

Der Kern des Übels liegt im Dachstuhl des Gotteshauses - in der Feuchtigkeit. Schuld ist auch der Zahn der Zeit, der an einigen Balken genagt hat und die unterschiedlichen Witterungen, die der Kirche in all den vielen Jahren mitgespielt haben. Die Denklinger Kirche muss renoviert werden. Im Frühjahr nächsten Jahres wird es vermutlich losgehen. Einige Vorarbeiten haben schon stattgefunden.

«Manche kleineren Risse an den Seiten sind nicht so wild - die kenne ich schon, seit ich hier Ministrant war», erklärt Kirchenpfleger Johann Walter. Doch vor allem die großen Risse im Bereich der Decke über dem Chorraum seien bedenklich.

Weil klar war, dass hauptsächlich die Feuchtigkeit schuld an der Misere ist, haben viele fleißige Helfer vor zwei Jahren den Dachstuhl entrümpelt und entmüllt, berichtet Walter. «Eigentlich wollten wir die Kirche nur innen renovieren», erklärt er weiter. Aber ein Statiker machte diesem Plan mit seiner Einschätzung einen Strich durch die Rechnung. Man könne die Kirche - vor allem das Dach - zwar durchaus zuerst nur von innen sanieren. Aber in spätestens zehn Jahren sei sowieso dringend die Außenrenovierung fällig.

Also entschloss man sich, die Innen- und Außensanierung in einem Zug anzupacken. Außer dem Dach und den Rissen in der Decke ist im Innenbereich allerdings nur eine Verschönerung angedacht, erklärt Walter. Alles soll wieder in frischem Weiß erstrahlen, heller wirken, «sauber» sein.

Die meiste und gröbste Arbeit aber steckt definitiv im Dach. Bis zu 100 Balken müssen ausgewechselt werden. Im über 600 Jahre alten und 36 Meter hohen Denklinger Kirchturm müsse das Gleiche gemacht werden.

Allein für die Vorarbeiten der Sanierung - Abmessungen, Katalogisierung, Untersuchungen und vieles mehr - habe die Kirchenverwaltung bereits 40000 Euro ausgegeben. Wie viel die komplette Sanierung kosten wird, lasse sich momentan nur schwer sagen. Ebenso wie die Frage der Aufteilung. Kirchenstiftung, Diözese, Gemeinde, Privatleute und Vereine, Behörden, Firmen, Banken - wie immer bei Kirchenrenovierungen müsse man eben schauen, wie viele Spender ins Boot gezogen werden können und wer letztlich wie viel finanzieren kann, sagt Johann Walter.

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