Kinderkrippe
Lange Diskussion und kurze Pause

Es bleibt dabei. Mit 15:8 Stimmen hat der Stadtrat beschlossen, die Finanzierung für den Bau einer Kinderkrippe auf dem Bolzplatz an der Lauenbühlstraße sicherzustellen. Vorangegangen war eine zweistündige Diskussion samt kurzer Sitzungsunterbrechung. Dabei geriet das Vorhaben noch einmal ins Wanken. Die evangelische Kirche und die Arbeiterwohlfahrt hatten Vorschläge vorgelegt, wie eine Kinderkrippe an, beziehungsweise in ihren Einrichtungen entstehen könnten.

Mitte April hatte der Stadtrat grundsätzlich dem Bau einer dreigruppigen Kinderkrippe an der Lauenbühlstraße zugestimmt.In den Beratungen der vergangenen Monate hatten Stadträte mehrfach den Wunsch geäußert, über Alternativen zu diskutieren. Ende Oktober hatte die Stadt die evangelische Kirchengemeinde und die Arbeiterwohlfahrt gebeten, entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Das geschah in der Sitzung. Ergebnis: Am evangelischen Kindergarten wäre der Anbau einer Krippe möglich, je nach Größe rechnet die Kirchengemeinde mit Kosten zwischen 157000 und 321000 Euro. Auch die AWO sieht Möglichkeiten, in ihrem Gebäude in der Rathausstraße einen Krippengruppe unterzubringen.

Für Bürgermeister Zeh brachten die Vorstellungen «keine neuen Erkenntnisse». Immer schon sei bekannt gewesen, dass eine Gruppe an den Johanneskindergarten angebaut werden könnte. Der Neubau der Krippe sei zudem baulich und für die Kinder die «beste Lösung». Er sah deshalb «keine Notwendigkeit», an dem Beschluss vom April etwas zu ändern. Das sahen einige Räte anders, entsprechend entspann sich eine intensive Diskussion. Dabei prallten die unterschiedlichen Vorstellungen erneut aufeinander, einschließlich der Frage, welche Lösung denn für Kinder und Eltern besser ist, eine zentrale mit drei Gruppen unter einem Dach oder eine dezentrale mit Kindergarten und -krippe in einem Haus.

Mehrere Räte verwiesen auf die niedrigeren Kosten, die ein Anbau an den Johanneskindergarten verursache. Dabei bleibe der Stadt gegenüber der Lösung an der Lauenbühlstraße eine «freie Finanzspitze von 330000 Euro», rechnete Michael Wegscheider vor. Die könne die Stadt zu Sanierung und Umbau der Krippengruppen in St. Afra und St. Nikolaus nutzen.

Für Stefan Bihler dagegen ist der Bau einer neuen dreigruppigen Kinderkrippe die einzige Möglichkeit, allen Kindern den gleichen Standard anzubieten. «Ziehen wir alle vier Gruppen auf ein Niveau oder wollen wir nur zwei Gruppen den heute üblichen Standard bieten», sagte er mit Blick auf die bestehenden Krippen in den katholischen Kindergärten.

Denn nimmt man eine Empfehlung der Bertelsmann-Stiftung für die Einrichtung von Kinderkrippen als Maßstab, fehlen ihnen viele Dinge, wie Stadtpfarrer Leander Mikschl erläuterte. Von einem abgetrennten Ruheraum und einem Sanitärbereich bis hin zu einem Stellplatz für Kinderwägen. Einen Umbau der bestehenden Krippen in St. Afra und St. Nikolaus hält Mikschl zudem für problematisch, weil er im laufenden Betrieb stattfinden müsste.

Angesichts der Diskussion wünschten mehrere Räte, den Beschluss zu vertagen. «Ich merke, dass ich mich nicht entscheiden kann», meinte Dr. Friedrich Haag mit Blick auf «neu gewonnene Erkenntnisse». Das sei nicht möglich, erwiderte Bürgermeister Johann Zeh. Die Regierung erwarte unmittelbar nach der Sitzung eine Aussage der Stadt, ob sie die Krippe finanzieren wolle.

Ansonsten gerate der Zuschuss in Gefahr. Folge: Auf Antrag von Dr. Haag wurde die Sitzung unterbrochen, damit sich die Fraktionen beraten konnten. Der Unterbrechung folgte die Abstimmung.

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