Ottobeuren
Lang anhaltender Applaus und Bravo-Rufe

Es passte einfach alles: majestätische Töne in fürstlichem Ambiente vor einem begeisterten Publikum im ausverkauften Kaisersaal in Ottobeuren. Was die 40 Bläser des Schwäbischen Jugendsinfonieorchesters bei ihrer Bläserserenade als Auftakt zum 50-jährigen Jubiläum boten, war ein Klangerlebnis allererster Güte - ein Feuerwerk voller Farben, Effekte und Schönheit. Ein breites Spektrum an Artikulation, dynamischer Präsenz und agilem Einfühlungsvermögen ließ die Vorträge der Jugendlichen im Alter von 13 bis 22 Jahren zum Genuss werden und löste lang anhaltenden Applaus und Bravo-Rufe beim Publikum aus.

Der strahlende Beginn der zehn Blechbläser - je vier Trompeten und Posaunen, Horn und Tuba - mit der «Capriol-Suite» des englischen Komponisten Peter Warlock (1894 bis 1930) in einem Arrangement von Eric Crees, bestach durch eine engagierte Interpretation mit schlankem, beweglichem Ton, technisch perfekt und mit sichtbarer Spielfreude.

Mit den eingängigen Melodien von Wolfgang Amadeus Mozarts (1756 bis 1791) «Divertimento KV 166» stellten sich die Holzbläser des Orchesters vor. Das italienische «Divertimento» bedeutet in etwa «Unterhaltung, Zerstreuung» und gilt als die Unterhaltungsmusik jener Epoche. Entsprechend anmutig musizierten die Oboen, Klarinetten und Fagotte. Durch immense musikalische Ausdruckskraft ließen sie Bilder vor dem geistigen Auge entstehen, wie sich Perücken tragende Tänzer auf Bällen und Soireen vergnügen.

Die mächtige «Ottobeurer Festmusik» des jungen Münchner Komponisten Markus Höring (geboren 1969) war das größte Werk des Abends. Temperamentvoll, energiegeladen und mit viel Gefühl zeigten die jungen Instrumentalisten ihr Können. Die reife, detailgenaue Interpretation auf technisch hohem Stand zeugte von einer hervorragenden Probenarbeit mit den beiden Gruppenleitern der Holz- und Blechbläser, Jann Engel und Ulrich Köbl.

Dass das Jugendsinfonieorchester auch exzellente Schlagwerker in seinen Reihen hat, bewiesen zwei Paukisten bei «March for two pairs of kettledrums» von André und Jacques Philidor. Sie agierten in atemberaubendem Tempo und höchster Präzision, packend von Anfang bis Schluss.

Flöten brillieren

Die «Sieben Tänze» von Jean Francaix (1912 bis 1997) stellten erneut die Holzbläser in den Vordergrund. Elegant und sicher in allen rhythmischen Raffinessen interpretierten sie das Werk des französischen Komponisten. Hier brillierten besonders die Flöten mit schnellen, filigranen Läufen.

Den großartigen Schlusspunkt des Konzertabends, zu dem auch Dr. Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrats, gekommen war, setzten die Blechbläser mit dem Triumphmarsch aus «Aida» von Giuseppe Verdi (1813 bis 1901).

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