Landwirtschaftlicher Gesundheitstag
Landwirtschaft: Experten referieren in Niederrieden über Gefahr durch Staub

Bei ihrer Arbeit kommen Landwirte oft mit belastendem und gesundheitsgefährdendem Staub in Kontakt – etwa beim Herstellen von Streue in Streuwiesen. Darauf ist im Rahmen des 'Landwirtschaftlichen Gesundheitstags' des Unterallgäuer Landschaftspflegeverbands (LPV) hingewiesen worden. Der Gesundheitstag fand auf dem Bioland-Bauernhof von Regina und Josef Friedl in Niederrieden statt.

Die Lunge habe Reserven, so Präventionsberater Bernd Mayr von der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung Schwaben. Deshalb würden Schäden durch Staub in der Landwirtschaft meist erst spät erkannt. Vorteilhaft sei es, Raufutter oder Streue wenig zu bewegen, damit der Staub nicht aufgewirbelt wird. Auch Feinstaubmasken mit der DIN 149 und dem Kennzeichen 'FFP2' würden fast alle Staub-Arten zurückhalten.

Wie wertvoll die Streuwiesen sind, zeigte Jens Franke vom LPV am Beispiel des Hawanger Hundsmoores. Während landwirtschaftliche Wiesen zwischen 15 und 17 Wirtschaftspflanzen zuließen, seien es im Moorgebiet 225 Arten.

Um nicht von Schilf überwuchert zu werden, seien diese auf eine jährliche Pflege angewiesen. Den richtigen Erntezeitpunkt würden die Pflanzen vorgeben, so Franke. Sie sollten 'abreifen' können.

Wo und wie sich die Streue verwenden lässt, erklärte Uwe Kießling von der 'Allgäuer Streueverwertung'. Gegenüber Stroh habe die Streue eine rauere Oberfläche für einen sicheren Stand der Tiere. Zudem könnten die Halme mehr Feuchtigkeit aufnehmen.

Werner Graßl von der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung erläuterte, dass die Ernte mit Motormähern nicht ungefährlich sei, denn 'Zecken lauern überall'. Die Spinnentiere seien blind, würden aber mit dem 'Haller’schen Organ' an den vorderen Greifarmen ihre Opfer erkennen. Im richtigen Moment würden sie sich von ihrem bis zu 25 Zentimeter hohen Grashalm oder von bis zu 1,5 Meter hoher Streue auf ihr Ziel fallen lassen.

Graßl informierte darüber, wie Zecken gefährliche Viren oder Bakterien bei einem Biss übertragen können. Mäuse könnten ebenso gebissen werden und immer wieder als 'Zwischenwirt' dienen.

Um einen Zeckenbiss zu verhindern, helfe es, die Socken über die Hosenbeine zu ziehen und geschlossene Kleidung zu tragen. Graßl riet dazu, nach der Arbeit den Körper abzusuchen. Auch am Haaransatz oder in der Kniekehle könnten sie sitzen.

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