Marktoberdorf / Ostallgäu
Landratsamt verwandelt sich in Großbaustelle

Das Landratsamt braucht mehr als ein Facelifting. Hier gehe es um strukturelle Erneuerung. Als Landrat Johann Fleschhut dies im Hof seiner Behörde feststellte, bezog er sich nicht auf die inhaltliche Arbeit. Diesmal geht es ihm um das Gebäude selbst: Das Haus ist in die Jahre gekommen, das Dach ist undicht, der Putz fällt runter und man heizt zum Fenster hinaus. So beschrieb der Hausherr seinen Amtssitz, der nun für 14,9 Millionen Euro erweitert und saniert werden soll.

Der Plan des Büros Stadtmüller Burkhardt Architekten aus Kaufbeuren sieht vor, die bisher drei Flügel des Landratsamtes von Grund auf zu sanieren und dabei annähernd Passivhausstandard beim Energieverbrauch zu erreichen. Hinzu kommt in Verlängerung des Sitzungstraktes ein neuer Ostflügel an der Schwabenstraße. Dieser Bauabschnitt wird durch Holz und Glas geprägt sein. Auf eine Holzverkleidung aller Gebäude wurde aus Kostengründen verzichtet.

Fleschhut betonte bei der kleinen Feier mit den Mitarbeitern zum Baubeginn, dass das Projekt in den Kreisgremien stets volle Rückendeckung hatte und im Grundsatz nie umstritten war.

Die dreieinhalbjährige Bauphase verlange aber den Beschäftigten einiges ab: «Wir sind jetzt Mitarbeiter mit Migrationshintergrund», beschrieb er die Umzüge innerhalb des Hauses. Einige Abteilungen (Abfallwirtschaft, Schulamt, Veterinärwesen) wurden für die Bauarbeiten sogar ausgelagert. Andere angegliederte Bereiche (Gesundheitsamt, ARGE Grundsicherung/Hartz IV) sollen nach der Erweiterung endlich im Behördengebäude Platz finden. Immerhin geht es um die Kapazität für rund 350 Büroarbeitsplätze.

Fleschhut freute sich, dass mit Wendelin Burkhardt ein heimischer Architekt die Pläne für das Landratsamt geschmiedet hat und mit der Firma Hubert Schmid auch ein Ostallgäuer Unternehmen den Bauauftrag erhalten habe.

Der Behördenchef verwies zudem auf die Leiterin der Liegenschaftsverwaltung im Landratsamt: Stephanie Sattler habe es mit ihrem Team geschafft, für alle Mitarbeiter vorübergehend ein neues Büro zu finden und den Umzug zu organisieren.

Im ersten Bauabschnitt bis Ende 2010 betrifft dies den Südtrakt. Dieser wurde in den vergangenen Wochen komplett leer geräumt, sodass nun die Sanierung der Sitzungsräume und des Südtrakts beginnen kann. Gleichzeitig entsteht auf der Ostseite der dreigeschossige Anbau. Dort werden sich künftig auch das Servicezentrum und der Haupteingang befinden.

Früher Krankenhaus

Im zweiten Bauabschnitt (2011) wird der Westflügel entlang der Ruderatshofener Straße saniert. Beim dritten Bauabschnitt (2012) geht es um den ältesten Gebäudeteil: Der Nordflügel wurde im Kern 1928 mit Balkendecken gebaut und als Krankenhaus genutzt. Ziel der Sanierung ist es auch, das Gebäude stärker auf den Bürgerservice auszurichten und die Sachgebiete funktioneller anzuordnen. Neu gestaltet werden zudem die Außenanlagen.

Den Baubeginn vollzogen neben dem Landrat und den Planern die Mitglieder des Kreisausschusses: Der Kreisbauhof hatte ihnen extra einen überdimensionalen Spaten für diesen Akt gefertigt. Musikalisch begleitete eine 13-köpfige Musikkapelle aus Mitarbeitern der Behörde klangvoll den Spatenstich.

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