Buchloe / Ostallgäu
Landrat wirbt für Reformen

Größtenteils positiv nahm der Kreistag das Reformkonzept zur Kenntnis, mit dem Hauptschulen zu Mittelschulen aufgewertet werden sollen. Es gab aber auch kritische Nachfragen. Landrat Johann Fleschhut stellte sich klar hinter das Vorhaben.

Schulamtsdirektorin Eva Severa-Saile betont in ihrem Vortrag, dass die Reform weit mehr als die bloße Umbenennung von Haupt- in Mittelschule sei. Das Angebot an Unterricht sowie an möglichen Abschlüssen werde verbreitert und die Zusammenarbeit mit Unternehmen vor Ort noch enger. Außerdem werde die Förderung sowohl von schwächeren als auch von begabten Schülern verbessert.

Es ist das erklärte Ziel von Severa-Saile, dass jede Hauptschule im Landkreis in eine Mittelschule umgewandelt wird. Da gerade kleinere Schulen nicht das gesamte Angebot einer Mittelschule stemmen können, sollen sie sich zu Schulverbünden zusammenschließen und gemeinsam alle Leistungen bieten. Dies bewahre gerade kleinere Schulen mittelfristig vor der Schließung.

Laut Severa-Saile gibt es formal keine Mindestgröße für eine Mittelschule, faktisch aber sei das vorgeschriebene Angebot für ein Haus mit nur 200 Schülern nicht zu leisten.

An die Kreisräte appellierte sie, das Reformkonzept nicht zu zerreden. Im Sinne der heutigen Schüler sei eine gute Reform heute besser als eine perfekte Reform übermorgen.

Hubert Endhardt (Grüne) meinte, dass mit mehr Geldern auch mehr Lehrer angestellt werden könnten und dadurch auch an kleineren Schulen das gesamte Angebot möglich wäre - ohne Notwendigkeit von Verbünden. Außerdem kritisierte er die Umbenennung: «Schade, dass nicht selbstbewusst ein eigener Name gefunden wurde», verwies auf die Realschule, die bis 1964 Mittelschule hieß.

Landrat Fleschhut warb um Verständnis für die Reformen: Die Mittelschule werde kommen - da sei es besser, die Entwicklung zu gestalten und Chancen zu nutzen. Er machte aber auch klar, dass das Kultusministerium mehr Geld als bisher zur Verfügung stellen müsse, wenn das Angebot verbessert werden soll.

Noch laufen Gespräche und Informationsveranstaltungen. Ende November findet dann ein «Dialogforum» mit rund 100 Beteiligten statt, wo die möglichen Schulverbünde skizziert werden und die Entscheidung über die Varianten fällt. Start der Mittelschulen könnte dann 2010/2011 sein.

Laut Stefan Mohr, Leiter der Abteilung Soziales im Landratsamt, werden die Schulverbünde voraussichtlich mit Hilfe einer kommunalen Zweckvereinbarung, also über einen Vertrag, zustande kommen. Es wird also kein weiteres Gebilde neben den schon lange bestehenden Schulverbänden geschaffen. Allerdings müssten der Bildung eines solchen Schulverbunds sowohl die Schulverbände als auch jede einzelne der betroffenen Gemeinden zustimmen.

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