Sonthofen
Landrat ruft zu Solidarität mit Allgäuer Milchbauern auf

Heimische Landwirte haben Angst um die Zukunft ihrer Höfe. Gestern die Fortsetzung der Proteste mit einer Kundgebung vor dem Landratsamt: Die Landwirte fordern Taten vor der Wahl und nicht Versprechungen. Klare Worte etwa von Doris Buhl, die mit ihrem Mann und vier Kindern einen Bergbauernhof bewirtschaftet: «Wenn sich der Milchpreis nicht drastisch verbessert, tun wirs Vieh weg.» Und sie schimpft: Es könne nicht sein, dass ein Hartz-IV-Empfänger fürs Nichtstun mehr bekomme, als ein Landwirt mit 15, 16 Stunden Arbeit am Tag. Derweil macht Toni Weiler (Oberstdorf) deutlich, was Landwirten von ihrer Arbeit bleibt: Nichts. Vielmehr müsse man pro Liter Milch 18 Cent drauflegen. Das sei in ganz Deutschland so. Auch in Frankreich, Österreich und Italien schütteten jetzt Bauern Milch weg.

Marianne Wirth verliest eine Resolution, die konkrete Forderungen wie die bedarfsorientierte Mengensteuerung auflistet. Der Milchpreis müsse auf 40 Cent pro Liter bis Januar steigen. Unterstützung sagt Landrat Gebhard Kaiser zu: Die Resolution werde per Telefax binnen zehn Minuten beim Ministerpräsidenten auf dem Tisch liegen. Im Tourismus-Landkreis Oberallgäu seien alle auf die Bauern angewiesen, betont Kaiser und fordert Solidarität von der gesamten Bevölkerung. Auch er wolle noch vor der Wahl ein klares Zeichen sehen.

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