Entsorgung
Landkreis Unterallgäu kämpft um Müll seiner Bürger

Warum auf ein Sache verzichten, die sich in den vergangenen Jahren laut Anton Bauer, Leiter der Abfallwirtschaft am Landratsamt, bewährt hat? Mit dieser Frage sah sich der Kreis-Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung konfrontiert. Einig waren sich die Mitglieder darin, das Wertstoffhof-Bringsystem beibehalten zu wollen. Der Ausschuss hat daher die örtlichen Bundestagsabgeordneten in einer Resolution dazu aufgefordert, sich für eine «Stärkung der kommunalen Abfallentsorgung» einzusetzen. Er wendet sich damit wie andere bayerische Landkreise und kreisfreie Städte gegen die geplante, bundesweite Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts.

Das neue Gesetz, das Europäisches Recht umsetzen soll, hatte bereits im November im Landkreis für Diskussionen gesorgt. In der jetzigen Form würde es nämlich ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts kippen und gewerbliche Altpapiersammlungen in Form Blauer Tonnen erlauben. Diese könnte der Kreis nur noch verhindern, wenn er sie selbst anbietet. Sollte das Gesetz wie geplant in Kraft treten, sähe sich der Landkreis zu einem eigenen Holsystem gezwungen - auch wenn er lieber am bisherigen Wertstoffhofsystem festhalten würde.

Daneben ist in dem neuen Gesetzesentwurf von einer einheitlichen Wertstofftonne die Rede. In ihr sollen Verpackungen und stoffgleiche Abfälle erfasst werden. «Das ist an sich wünschenswert», sagte Bauer. Aber: Kunststoffabfälle wie Wäschekörbe, Gartenstühle oder großes Kinderspielzeug würden unmöglich in diesen Behälter passen.

Diese wenig lukrativen Abfälle - im Landkreis immerhin bis zu 900 Tonnen im Jahr - müssten weiterhin an den Wertstoffhöfen angenommen werden. Fraglich ist, ob sich diese Höfe noch lohnen, wenn es für die restlichen Abfälle und Wertstoffe die Tonnen gewerblicher Anbieter gibt. Die Wertstoffhöfe könnten plötzlich zu groß sein, was langfristige Investitionen der Kommunen entwerten würde.

Gewerbliches «Rosinenpicken» schade allen Gebührenzahlern, heißt es in der Resolution. Bürger profitieren demnach vom bisherigen Sammelsystem insofern, als sich die Erlöse aus dem Verkauf von Wertstoffen direkt auf ihre Gebühren niederschlagen. Diese können dann - wie zuletzt zum Beginn des Jahres - sinken. Bleiben für die Kommunen nur noch die unverwertbaren Abfälle übrig, sind solche Gebührenvorteile hinfällig.

«Brauchen keine bundeseinheitliche Regelung»

In der Resolution fordern die Landkreise und kreisfreien Städte, auch künftig selbst entscheiden zu können, wie der Hausmüll am besten erfasst wird. «Wir brauchen keine bundeseinheitliche Regelung», sagte Landrat Hans-Joachim Weirather.

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