Unterallgäu
Landkreis hat derzeit genügend Pflegeplätze

Die Menschen werden immer älter. Im Landkreis Unterallgäu wird es bereits im Jahr 2014 mehr Einwohner über 60 als unter 20 Jahre geben. Mit Blick auf diese Entwicklung erstellte der Kreis den Auftrag für ein Seniorenkonzept, das nun dem Kreisausschuss für Soziales vorgetragen wurde. Das Ergebnis: Der Kreis ist mit Pflegeeinrichtungen gut gerüstet, muss aber noch Fragen beantworten, wie zum Beispiel die Pflege zu Hause gestärkt werden kann oder ob es neue Wohnformen für ältere und pflegebedürftige Menschen geben kann.

Der Sozialausschuss hatte die Hochschule Ravensburg-Weingarten in Zusammenarbeit mit dem Interaktionalen Institut für Empirische Sozialökonomie (INFES) mit der Erarbeitung eines derartigen Konzeptes beauftragt, das von Prof. Birgit Vosseler und Prof. Axel Kern vorgetragen wurde. Im Vorfeld gab es eine Auftaktveranstaltung mit 160 Teilnehmern aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden dann in 14 Arbeitsgruppen vertieft. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

Ältere Menschen plagt am meisten die Angst vor Verlust der Selbstständigkeit. Weiter haben sie Angst, ein notwendiges Pflegeheim nicht bezahlen zu können. Außerdem haben Pflegeheime ein negatives Image.

Bei der Pflegebedarfsermittlung müsse man berücksichtigen, dass die höhere Lebenserwartung zahlreiche Veränderungen mit sich bringt. Weiter verkürze sich die Krankheitsphase vor dem Tod.

Vor diesem Hintergrund gehe es darum, den Pflegebedarf zu ermitteln. Im Jahr 2008 wurden im Unterallgäu 1187 Menschen gepflegt. Insgesamt wurden aber, so Abteilungsleiterin Dr. Maria Bachmaier, rund 100 Betten mehr vorgehalten. Im Jahre 2025 wurde ein Bedarf von 1569 stationären Pflegebetten ermittelt, also 382 mehr als bisher. Auf der anderen Seite steige auch der Bedarf an häuslicher Pflege stark an.

Die Referenten forderten deshalb neue Denkmodelle, wie man häusliche, teilstationäre und stationäre Pflege besser miteinander vernetzen könnte. Vor allem die pflegenden Angehörigen bräuchten individuelle Beratung und Begleitung. Deshalb ihre Forderung:

Einrichtung einer neutralen Koordinierungsstelle Pflege am Landratsamt.

Einrichtung von trägerübergreifenden Pflegestützpunkten als zentrale Informationsstellen bei den Kommunen und damit verbunden eine Verbesserung der Kommunikation zwischen allen Akteuren. Dr. Vosseler forderte die Einbeziehung des Ehrenamtes in dieses Konzept.

Da der Staat über die Pflegeversicherung nicht mehr alles bezahlen könne, kommt den pflegenden Angehörigen eine besondere Bedeutung zu. Für deren Entlastung forderte Vosseler Unterstützungs-Netzwerke, die Schaffung einer 24-Stunden-Betreuung, Betreuungsnachmittage für Demenzkranke und eine psychosoziale Begleitung von Pflegebedürftigen sowie eine Sterbebegleitung.

Der Ausschuss stellte schließlich fest, dass der rechnerische Bedarf an vollstationären Pflegeplätzen im Kreis derzeit gedeckt sei. Die Fachstelle für Seniorenangelegenheiten wird beauftragt, infolge des Berichts Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern aufzuarbeiten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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