Buchloe
Labung für die Sinne

«Labung für die Sinne» versprach die Buchloer Serenade in der Stadtpfarrkirche - und die Ausführenden taten alles, dies auch in die Tat umzusetzen: Thorsten Schmehr an der Orgel, Evelyn Stadler an der Flöte, die Sopranistin Susanne Storz-Frischenschlager und ihr Mann Wilhelm Storz als Rezitator.

Die Veranstaltung war allein schon deshalb eine «runde Sache», weil die gesungenen und die rezitierten Texte bestens aufeinander abgestimmt waren. Die idyllisch-meditative Stimmung in den Arien aus Oratorien von Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn und Felix Mendelssohn Bartholdy korrespondierte mit den «Gedanken und Weisheiten Zum Alltag» von Anselm Grün.

Der Theologe, Philosoph und Betriebswirt will seine Leser dazu sensibilisieren, die kleinen Glücksmomente im Alltag stärker wahrzunehmen. «Wer glaubt, hinter dem Glück herlaufen zu müssen, der läuft ihm davon», heißt es an einer Stelle.

Ein Hauch von Gesellschaftskritik scheint durch, wenn er für die besondere Rolle des Sonntags plädiert, der in einer konsumorientierten Welt drauf und dran ist, zu einem Tag wie jeder andere zu werden.

Die dazwischen erklingende Musik war getragen von einer inneren Ruhe, die einem an manchen von Terminen überladenen Sonntagen schon fast abhanden kommt. Schon in der ersten Gesangsnummer, ein «Ave Maria» von Luigi Cherubini (1760-1842), präsentierte Storz-Frischenschlager ihren angenehm warm timbrierten Sopran. Im Laufe des Auftritts entwickelte sie eine stabile Höhenlage, in der dann auch Spitzentöne frei strahlen konnten, ohne gepresst zu klingen. Schmehr passte sich mit der Wahl von zumeist gedeckten Klangfarben dem Charakter der Stimme und der meisten Musikstücke an.

Das Rezitativ und die Arie der Hannes aus Haydns «Die Jahreszeiten» gab der Serenade quasi ihren Namen. In der zwangsläufig nur auf die Orgel reduzierten Begleitung konnte man ahnen, dass Haydn hier das Orchester sehr lautmalerisch eingesetzt hat («fröhlich summend irrt und wirrt die bunte Sonnenbrut»). Die Sopranistin zeigte in der Arie so ganz nebenbei, dass sie über eine ausgeprägte Koloraturtechnik verfügt. Das romantisierende «Count your blessings» von Reginald Morgan, 1946 entstanden, war noch einmal ein kleiner Ruhepunkt, bevor das Publikum im abschließenden «Alleluja» aus Mozarts Motette «Exsultate, jubilate» gut gelaunt in den Abend entlassen wurde. Joachim Buch

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