Fischen
Kurkeller bereitet Räten Kopfzerbrechen

Treppen, Türen, Technik, WC-Anlage und Saalzugang: Die Liste der Dinge, die zur Sanierung im Fischinger Kurhaus anstehen, ist lang. Die «Fiskina» ist in die Jahre gekommen und obwohl das Haus immer noch als eines der schönsten im Landkreis gilt, zeigen sich 20 Jahre nach der Eröffnung Abnutzungserscheinungen. Die Sammlung all dessen, was gerichtet werden muss, würde wohl 1,5 Millionen Euro kosten, von denen rund 500 000 Euro bezuschusst würden.

«Keine Luxusrenovierung, sondern neben den ohnehin fälligen Wartungsarbeiten eine Sanierung, die modernen Anforderungen entspricht», beurteilte Bürgermeister Edgar Rölz das Grobkonzept bei der Vorstellung im Gemeinderat. Grob ist bislang nicht nur die Kostenschätzung, sondern auch der Zeitplan. Zunächst soll all das erledigt werden, was den normalen Betrieb nur wenig stört. Sobald es aber an Abriss- und Umbauarbeiten geht, muss die «Fiskina» wohl für eine Weile geschlossen bleiben.

Nicht so rosig sieht es für die Kurmittelabteilung im Keller des Hauses aus: Mit gut 600 Quadratmetern ist sie reichlich groß, die Kneippabteilung wird kaum genutzt, die Betriebskosten sind hoch und die Entwicklung der Gesundheitspolitik ist ungewiss.

Ein gründlicher Umbau der Abteilung, die die Gemeinde seit dem Sommer letzten Jahres in Eigenregie betreibt, wäre sinnvoll, würde jedoch nach ersten Schätzungen rund 800000 Euro kosten. Das Defizit in den vergangenen zwölf Monaten betrug 24000 Euro.

Leidenschaftliches Plädoyer

Ein leidenschaftliches Plädoyer hielt Kurdirektor Rolf Huber für den Erhalt der Kurmittelabteilung als wichtigen Baustein im wachsenden Gesundheitsmarkt. Das Angebot spezialisieren, Personal qualifizieren und ein Ambiente schaffen, in dem sich der Kurgast wohlfühle, ist für ihn der richtige Weg.

Ratsmitglied und Physiotherapeut Toni Krumbacher, einst selbst Pächter der Abteilung, hegte angesichts der Gesundheitspolitik und der mangelnden Unterstützung durch örtliche Ärzte, Vermieter und Gastronomen an einem einträglichen Betrieb deutliche Zweifel.

Bevor der Gemeinderat eine Entscheidung über den Fortbestand der Kurmittelabteilung fällt, sollen aktuelle Vergleichszahlen aus dem Sommergeschäft gesammelt werden. Neben einer soliden betriebswirtschaftlichen Prognose sollen zudem die Kosten ermittelt werden, die für die Kellerräume ohne Betrieb und großen Umbau ohnehin anfallen.

«Nicht zurückrudern, sondern marktfähige Partner ins Boot holen und eine Gesundheitszukunft schaffen», daran denkt Bürgermeister Rölz derzeit eher als eine Schließung der Kurmittelabteilung.

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