Kunsteisanlage bleibt geschlossen

von Armin Dorner
| Lindenberg Die Kunsteisanlage am Waldsee wird im kommenden Winter geschlossen bleiben. Die Gesellschafterversammlung der Betreiber hat beschlossen, den Betrieb nicht wieder aufzunehmen, die Saison erst gar nicht zu beginnen und sich zum Ende des Jahres aufzulösen. Das teilte Hauptamtsleiter Roland Kappel dem Stadtrat mit.

Die WKF, Westallgäuer Kunsteis- und Freizeit GmbH & Co. KG wird von der Stadt Lindenberg (65 Prozent) und den Gemeinden Weiler-Simmerberg, Heimenkirch, Scheidegg und Oberreute gemeinschaftlich seit zehn Jahren getragen.

Zunächst war eine Verlängerung bis Ende März des kommenden Jahres angestrebt worden, um die Anlage noch für einen Winter zu öffnen und Zeit zu gewinnen, falls sich ein Nachfolger findet, der das Geld aufbringt, die Anlage zu sanieren und das Eislaufvergnügen zu betreiben.

Wie Kappel mitteilte, hat allein die Stadt seit der Gründung mehr als eine Million Euro in das Kunsteis für Investitionen, Betriebsdefizit, Personalkosten, Zuschüsse und Darlehen gesteckt.

Die Kosten eines möglichen Abrisses sind noch gar nicht veranschlagt. Den Wert der Anlage errechnet derzeit ein Gutachter, um danach entscheiden zu können, was mit der Anlage geschehen soll. Für eine Sanierung hat Geschäftsführer Armin Bauer im Frühjahr drei bis 400000 Euro errechnet.

Über die anteilige Rückzahlung eines weiteren Sparkassendarlehens über 178000 Euro muss die Gesellschaft noch beraten. Der Grund gehört der Stadt, die Gebäude dem TV Lindenberg. Das erste große interkommunale Projekt im Westallgäu ist damit gescheitert.

Ob es der neu gegründeten «Interessengemeinschaft Kunsteisstadion Lindenberg» (wir berichteten) gelingt, die Kunsteisanlage zu retten, steht in den Sternen. Helmut Böller warb im Stadtrat dafür. 440 Unterschriften seien für den Fortbestand gesammelt worden.Vor allem die Schulen bedauern den Wegfall der idealen Wintersportmöglichkeit.

Anfang September soll eine Projektgruppe zusammenkommen, die sich um Lösungen bemüht. Einberufen wird die Runde von Bürgermeister Johann Zeh. Der Initiative sollen die Fraktionsführer der Parteien, Vertreter der Stadtverwaltung, Geschäftsführer Armin Bauer und der Sprecher der Interessengemeinschaft, Klaus Huber angehören.

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