Buchloe / Ostallgäu
Kürzerer Weg für Ostallgäuer Müll

Die Kosten für die Verbrennung des Restmülls aus dem Ostallgäu werden ab 2011 um rund 45 Prozent sinken. Statt in Augsburg werden rund 16000 Tonnen Abfall dann in Kempten verfeuert. Dadurch entfallen vor allem teure Umlade- und Transportkosten. Die Einsparung von rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr führt nicht unbedingt zu Gebührensenkungen: Denn aus dem Verkauf gesammelter Wertstoffen wie Papier und Altmetall fließen immer weniger Erlöse in die Kasse der kommunalen Abfallwirtschaft, erklärt Sachgebietsleiter Klaus Rosenthal vom Landratsamt.

Rückblende: 1995 hatte der damalige Kreistag eigentlich beschlossen, die veraltete Müllverbrennungsanlage in Marktoberdorf mit Millionenaufwand zu sanieren. Doch dann bot die Abfallverwertung Augsburg kurzfristig an, den Hausmüll aus dem Ostallgäu zur Verbrennung anzunehmen. Die Konditionen waren günstig, die Bindung auf 15 Jahre bot Sicherheit. Landkreis und AVA wurden sich einig. Nun läuft der Vertrag Ende 2010 aus. Die Entsorgung wurde europaweit neu ausgeschrieben.

Das günstigste Angebot unterbreitete dabei die ZAK Energie GmbH, die Tochtergesellschaft des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft in Kempten. Sie betreibt in Kempten ein Müllheizkraftwerk, das künftig auch den Ostallgäuer Restmüll «umweltschonend energetisch behandeln» wird, wie es beim Landratsamt heißt.

Die Entsorgungskosten für 16000 Tonnen sinken durch den Wechsel von der AVA zum ZAK von knapp 2,88 Millionen Euro auf 1,57 Millionen Euro. Dennoch betont Rosenthal, lägen die Verbrennungskosten auch bisher im üblichen Rahmen. Was die Entsorgung enorm verteuere, sei der Transport.

Die Müllsammelfahrzeuge der Firma Veolia bringen den Abfall nämlich zunächst vom Ostallgäu aus nach Kempten. Dort wird der Müll auf größere Container umgeladen und nach Augsburg transportiert. Dieses aufwendige System entfällt ab 2011. Dann bringt das Sammelfahrzeug den Müll direkt zum Müllofen des ZAK. Landrat Johann Fleschhut: «Dass der Restmüll künftig ohne Umladung und weiteren Transport umweltschonend entsorgt werden kann, ist besonders positiv.»

Mit Inkrafttreten dieser Neuerung 2011 werden auch die Müllgebühren neu kalkuliert. Für Rosenthal steht fest, dass die Gebühren, die zu den günstigsten in Bayern zählen, nicht steigen werden. Ob es eine Senkung gibt, sei noch offen. Denn derzeit decken die Entsorgungskosten die Ausgaben nicht mehr voll. Dadurch schmilzt die Gebührenausgleichsrücklage ab.

Ein weiterer Faktor spielt eine Rolle: Die Entgelte für Wertstoffe wie Papier und Altmetall schwinden. Dem Landkreis fehlen dadurch Einnahmen im sechsstelligen Euro-Bereich. Fleschhut freut sich daher, dass die Einsparung bei der Verbrennung ermöglicht, die Müllgebühren im Ostallgäu «nachhaltig auf niedrigem Niveau» zu halten.

Im Müllheizkraftwerk des ZAK werden jährlich circa 80000 Tonnen an Abfällen energetisch verwertet. Zusammen mit dem Holzheizkraftwerk wird dabei Strom für umgerechnet circa 19600 Haushalte und Wärme für circa 16600 Haushalte erzeugt. Dies entspricht einer Energieeinsparung von 37 Millionen Litern Heizöl. Um die entstehende Energie optimal zu nutzen, wurde ein 32 Kilometer langes Fernwärmenetz in Kempten aufgebaut.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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