Jagd
Kürzere Schonzeit für Wild: Sieben Anträge bei 196 Revieren

Zwischen Jägern und Waldbesitzern gibt es immer wieder Differenzen. Denn letztlich entscheidet – mangels natürlicher Feinde – der Abschuss von Rehen darüber, welche Chancen junge Bäume im Wald haben. Und davon hängt der wirtschaftliche Ertrag für die Waldbesitzer ab. <%IMG id='814647' title='Jagdgenossenschaft äußert Unverständnis über Regelung zur Schonzeit von Wild'%>Für Kritik von Jägern und Jagdgenossen gleichermaßen sorgte heuer aber, dass das Landratsamt die Jagdsaison für Rehe in einigen Revieren nicht um zwei Wochen verlängern wollte. Für sieben von 196 Reviere gab es derartige Anträge, doch auch dort, so das Landratsamt, wurde die Quote meist 'fast vollständig' erfüllt.

Die Abschusszahlen werden von der Jagdbehörde immer für drei Jahre festgesetzt. Die aktuellen Vorgaben laufen noch bis zum nächsten Winter. Grundlage für die Abschussvorgaben bilden Gutachten zum Wildverbiss an jungen Bäumen, die momentan wieder erhoben werden. Im laufenden Jagdjahr 2011/2012 sah der Plan im Ostallgäu den Abschuss von 6393 Rehen vor. Laut Landratsamt wurden 87 Rehgeißen zu wenig erlegt. Im dritten Jahr der laufenden Periode könne diese Abweichung bis Anfang 2012 aber wieder aufgeholt werden.

Dies war mit ein Grund, warum die Jagdbehörde die Verlängerung der Jagdzeit um zwei Wochen abgelehnt hatte. Diese Anträge waren aufgrund der milden Witterung zum Jahreswechsel gestellt worden. Denn bei wenig Schnee ist die Jagd nicht einfach, da sich die Tiere stärker in den Wald zurückziehen. <%TBR from='inject' id=''%>

Vier von 15 Staatsrevieren

Die Bayerischen Staatsforsten hatten ihre Forstbetriebe daher auf die Möglichkeit hingewiesen, Anträge auf Aufhebung der Schonzeit für weibliche Rehe und Kitze zu stellen, wenn der Abschuss hinter dem Soll zurückbleibt. Im Ostallgäu stellten vier von 15 Staatsrevieren den Antrag. Hinzu kamen drei private Reviere, berichtet Ralf Kinkel vom Landratsamt. Die Jagdzeit sollte nach den Anträgen zwei Wochen länger dauern, bis zum 31. Januar.

Das Landratsamt lehnte nach Prüfung jedes Einzelfalls ab. Denn eine Verlängerung der Jagdzeit ist nach dem bayerischen Jagdgesetz nur möglich, wenn in erheblichem Umfang Wildschäden zu befürchten seien.

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Da aber in den betreffenden Revieren die Abschussquoten zwischen 48 und 96 Prozent liegen (Durchschnitt 68 Prozent), gab die Behörde den Anträgen nicht statt, zumal der Verbiss 'in der Tendenz' in diesen Revieren 2009 eher 'als tragbar' beurteilt worden war, so Kinkel. Zudem habe die Jagdbehörde immer wieder angeregt, die gesamte Jagdzeit zu nutzen und sich beim Abschuss nicht auf die letzten vier Wochen zu verlassen.

Zur Kritik, das Landratsamt habe amtliche Briefe verschickt, statt Bescheide zu erlassen, meint Kinkel, dass dies den Betroffenen Kosten erspart habe. Denn ein Bescheid sei gebührenpflichtig. Widerspruch wäre dennoch möglich gewesen. Für ein Staatsrevier sei auch ein richtiger Bescheid nachgefordert worden. <%TBR from='inject' id=''%>

Vorwurf relativiert

Die Aussage des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften, der die Waldverjüngung 'um Jahre' zurückgeworfen sah, sei durch die Fakten relativiert, so Kinkel. Das Ostallgäu stehe zudem mit der Ablehnung der längeren Jagdsaison keineswegs allein: In Schwaben hätten sich auch die Landratsämter Donau-Ries, Dillingen, Günzburg und Neu-Ulm dagegen verwehrt. In den meisten anderen Kreisen seien keine Anträge gestellt worden. 

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