Kempten
Kürzere Eingriffe und weniger Belastung

Herzkranke Patienten erfahren ab sofort nicht mehr nur in Ulm und München umfassende Hilfe, sondern auch in der Region. Gestern wurde in Kempten das «Elektrophysiologische Zentrum Allgäu» aus der Taufe gehoben - eine Kooperation zwischen dem Klinikum Kempten-Oberallgäu und dem Medizinischen Versorgungszentrum Allgäu. Die ärztliche Leitung obliegt dem Herzspezialisten Dr. Martin Karch. Der 45-jährige Privatdozent am Herzzentrum der Uniklinik München steht dem elfköpfigen Kardiologenteam in Kempten vor.

Karch sei unter sieben Bewerbern ausgewählt worden, weil er neben seinen fundierten fachlichen Kenntnissen insbesondere durch seine Persönlichkeit bestochen habe, betonte Dr. Franz Heigl, Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums (Robert-Weixler-Straße). Zur Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen habe man bereits im Jahr 2003 die sogenannte invasive Rhythmologie aufgebaut. Die kardiale Elektrophysiologie eröffne nun ein weiteres Spektrum, auch schwerste Störungen vor Ort zu behandeln, so Heigl. Stichworte seien Elektrotherapie, Herzschrittmacher und Verödungstherapie (Katheterablation).

Noch vor wenigen Jahren hätten Betroffene meist dauerhaft Medikamente schlucken müssen, sagte Dr. Friedrich Seidel, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum. Heute könnten die Patienten mittels Hochleistungs-Medizintechnik von ihrem Leiden befreit werden. Die Elektrophysiologie eröffne die Möglichkeit, die Herzhöhlen des Patienten dreidimensional zu betrachten. Der Eingriff werde dadurch kürzer und die Belastung durch Röntgenstrahlen verringert.

«Ich bin überzeugt, das wird ein guter Weg für die Patienten in unserer Region», erklärte OB Dr. Ulrich Netzer, Vorsitzender des Klinikaufsichtsrats. Dank enger Kooperation zwischen niedergelassenen Ärzten und dem Klinikum könne den Herzkranken modernste Therapie angeboten werden.

Die Elektrophysiologie sei eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden kardiologischen Leistungsspektrums an den Kliniken in Kempten und Immenstadt, meinte Aufsichtsratsmitglied und stellvertretender Landrat Heinz Möschel.

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