Malerei
Krusche-Porträt des ehemaligen Kaufbeurer Rathauschefs soll Auftakt für Bürgermeister-Galerie bilden

«Rudi Krause kehrt ins Rathaus zurück!» Dass ihm diese Schlagzeile nicht ganz ungelegen kommen würde, daran ließ der ehemalige Kaufbeurer Oberbürgermeister keinen Zweifel. Nun steht einem Wiedereinzug des 80-Jährigen ins OB-Büro schon allein die Altersgrenze für hauptamtliche Stadtoberhäupter entgegen.

Aber zumindest in Öl gebannt ist Rudolf Krause wieder dauerhaft im Rathaus vertreten. Ein Porträt, das er anlässlich seines 80. Geburtstags von der Stadt geschenkt bekommen hatte, wurde nun im Eckzimmer des Alten Sitzungssaales aufgehängt. Das Gemälde von Peter Krusche soll den Auftakt zu einer Bürgermeister-Galerie im Rathaus bilden.

Nicht nur Krause gab sich bei der offiziellen Präsentation von Gemälde und Vorhaben humorvoll-unbescheiden. Auch sein aktueller Nachfolger Stefan Bosse ließ sich da nicht lumpen. Bei einer Besichtigung des Bundeskanzleramtes in Berlin habe er die illustre Porträtreihe der dortigen Hausherren gesehen und sich gedacht, dass die Wertachstadt so etwas auch brauche. Zwar hätten die Recherchen im Depot des Stadtmuseums ergeben, dass es bei den Darstellungen der Kaufbeurer Bürgermeister << große Lücken >> gibt, wie Museumsleiterin Dr. Astrid Pellengahr berichtete.

Aber trotzdem sollen zumindest die Rathauschefs der neueren Geschichte künftig die noch recht kahlen Wände des Eckzimmers im ersten Stock des historischen Rathausteiles zieren, der vor allem bei Veranstaltungen und Empfängen der Stadt genutzt wird.

Als ihn der Auftrag erreichte, ein mehr oder weniger offizielles Porträt des Ehren-Oberbürgermeisters anzufertigen, habe er zunächst gezögert, so Künstler Peter Krusche. Doch in einem längeren Gespräch, bei zwei Porträtiersitzungen und anhand zahlreicher Fotos habe er sich der Persönlichkeit Krauses angenähert. Schließlich sollte das Bild Krause nicht nur im Sinne einer fotografischen Abbildung wiedergeben, sondern << auch Kunst sein >>. << Man hat schon im Kopf: Das kann 200, 300 Jahre hängen >>, so Krusche.

Kräftige Farbflächen als frische Akzente

So zeigt das Gemälde einen aufmerksamen, den Betrachter fixierenden und ansprechenden Oberbürgermeister im dunklen Anzug. Im Hintergrund erscheint der historische Teil des Kaufbeurer Rathauses. Drumherum hat Krusche kräftige Farbflächen angeordnet, um eine << etwas knallige >> und damit frische und nicht übermäßig staatstragende Interpretation des Motivs zu erreichen. Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass insbesondere an dem mit einer dicken Farbschicht modellierten Sakko die Leinwand durchschimmert.

Der Porträtierte, der sich sehr gut getroffen sieht, hatte übrigens seine eigene Deutung des gelben Himmels über dem Rathaus: << Die Sonne geht auf. >> Auch über die Krawatte, die er auf dem Bild trägt, - ein früheres offizielles Geschenk der Stadt für Gäste - begann Krause sogleich wortreich zu erzählen. Aufgrund der Kosten für solche künstlerisch ansprechenden Darstellungen der Rathauschefs wird die Bürgermeister-Galerie laut Bosse wohl nur im Abstand von einigen Jahren ergänzt werden.

Dies soll aber in << beide Richtungen >>, sprich in die Vergangenheit und in die Zukunft, geschehen. << Vielleicht habe ich auch die Gnade eines Nachfolgers, der das erlaubt >>, spekulierte Bosse bereits vorsichtig auf seinen Platz in der Bürgermeister-Galerie.

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