Unterallgäu
Kritische Stimmen zur Mittel-Vergabe

Während sich die Landkreis-Verantwortlichen mit Landrat Hans-Joachim Weirather an der Spitze zufrieden über die Vergabe der Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II äußerten und das Unterallgäu insgesamt gut bedient sehen, beurteilen Bürgermeister, die leer ausgegangen sind, die Angelegenheit deutlich kritischer.

Hart ins Gericht ging beispielsweise Alwin Lichtensteiger, Gemeindeoberhaupt in Memmingerberg, mit der Ablehnung der Anträge in seinem Hoheitsgebiet. Könne er das Nein zu den beantragten Mitteln für die energetische Sanierung von Rathaus und Mehrzweckhalle noch einigermaßen nachvollziehen, sei die Absage an eine Förderung der Verbandsschule «sehr ärgerlich». Angesichts einer über 30 Jahre alten Ölheizung und sanierungsbedürftiger Fenster wäre die Schule nach Lichtensteigers Ansicht ein klassischer Fall gewesen für Mittel aus dem Konjunkturpaket - zumal mit Benningen, Trunkelsberg, Holzgünz, Ungerhausen und Lachen sechs weitere Gemeinden Kinder in diese Schule schickten. Wenn wieder ein solches Förderprogramm aufgelegt werde, so Lichtensteigers Meinung, müsse das «wesentlich durchdachter» gemacht werden.

Wie Lichtensteiger ist Werner Birkle in Buxheim der Ansicht, dass über das Konjunkturpaket solide Haushaltsführung eher bestraft werde. Birkle hatte für die Sanierung von Turnhalle und Grundschule 740000 Euro beantragt. Unterm Strich fließt jetzt kein Cent ins Kartäuserdorf, obwohl «beide Maßnahmen für dieses Programm prädestiniert gewesen wären», wie Birkle findet. Buxheims Gemeindechef hat den Eindruck, dass die finanzielle Situation der Gemeinden stark beim Ausschütten des Füllhorns zu Rate gezogen wurde. Er will bei der Regierung von Schwaben deshalb noch genau nachhaken.

Wenig Grund nachzufassen hat Alfons Weber, Bürgermeister in Markt Rettenbach: «Wir sind voll zufrieden, wir haben das bekommen, was wir beantragt haben.» Die Gemeinde hat für die Sanierung der Grund-und Hauptschule mehr als 500000 Euro bewilligt bekommen. Geld fließt auch für das Dorfgemeinschaftshaus Engetried. Mit jeweils mehr als 900000 Euro haben Bad Grönenbach (für die Sanierung der Schulturnhalle) und Ottobeuren (für Grundschule und Kurpark) ebenfalls ein gutes Stück vom Förderkuchen abbekommen.

Mehr erhofft hätte sich Otto Göppel, Bürgermeister in Babenhausen. Für die Sanierung des Kindergartens sollen zwar rund 140000 Euro in den Fuggermarkt fließen; keine Förderung erfahren soll hingegen das Sechs-Millionen-Projekt Sanierung der Haupt- und Realschule.

Er sei «nicht so enttäuscht wie andere», meinte Meinrad Bernhard in Benningen, obwohl er fürs Erste leer ausgegangen ist. «Vielleicht», so mutmaßt der Rathauschef, «sind die energetischen Dinge bei uns schon so weit gebracht, dass die Notwendigkeit nicht so dringend war». Maßvoll enttäuscht zeigte sich gestern auf Nachfrage der Memminger Zeitung auch Christa Bail. Die Bürgermeisterin von Westerheim hatte Gelder für einen Ersatzneubau des Kindergartens sowie für die Mehrzweckhalle erhofft. Beides wurde abschlägig beschieden. Als positiv wertet Bail, dass man wegen des Konjunkturpaketes «viele Sachen in der Gemeinde unter die Lupe genomen hat». Insgesamt sei man in der Gemeinde dabei, sich ein alternatives Heizsystem zu überlegen, das in Richtung Nahwärme gehen könne.

An die Politik äußerte Christa Bail den Wunsch, möglichst bei der Regierung von Schwaben eine Stelle einzurichten, die Kommunen über die diversen Fördertöpfe berät.

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