Memmingen
Krise wirkt sich nicht auf Lehrlinge aus

Auch in der Krise setzen Memminger Firmen auf den Nachwuchs. Industrie- und Handwerksbetriebe halten ihre Ausbildungsquote nahezu konstant. Mit den jungen Leuten, die am 1. September in den Beruf starten, wollen sie dem drohenden Fachkräftemangel vorbauen. «Die Krise in der Arbeitswelt hat die Ausbildungswelt nicht erreicht», sagt Reinhold Huber von der Agentur für Arbeit in Memmingen.

l So rosig sieht es aber nicht für alle aus. Magnet-Schultz konnte heuer wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage nicht jeden fertigen Auszubildenden übernehmen. Auf die Zahl der Lehrlinge hat sich die Krise laut Martina Zrile von der Personalentwicklung aber nicht ausgewirkt. Wie 2007 beginnen nächsten Dienstag 32 junge Menschen bei Magnet-Schultz. «Bei uns wird die Ausbildung hochgehalten.»

l Andreas Tschugg, Ausbildungsleiter bei Rohde & Schwarz, setzt noch eins drauf: Man habe im Juli alle frischgebackenen Kräfte übernommen und schon jetzt stehe fest, dass nicht nur 2009, sondern auch 2010 wieder rund 20 Lehrlinge eingestellt werden. Alles andere ist aus Tschuggs Sicht auch «fatal». Firmen müssten «weitsichtig» sein.

l Die Baumaschinen-Fabrik Stetter, die den ausgelernten Nachwuchs ebenfalls weiterbeschäftigt hat, ist schon mal eines Besseren belehrt worden. Als die Konjunktur vor einigen Jahren schwächelte, «haben wir keine Gewerblichen eingestellt», sagt Personalleiterin Marie-Luise Rehm. «Später haben die Fachkräfte gefehlt.» Damit das nicht mehr passiert, hat sich die Zahl der neuen Lehrlinge auch heuer wieder bei sechs «eingependelt».

l Waren es 2008 noch 16, so fangen bei Dachser nächste Woche 17 junge Menschen an. Von ihren Vorgängern hätten alle bleiben können, die wollten. Ähnlich war es bei der Baufirma Zettler. Die Krise schlage nicht nach unten durch, «wir stellen fünf Auszubildende ein», sagt Ausbilder Jürgen Tzschorn. «Wir müssen an die Zukunft denken.»

Das Handwerk rüstet sich für die nächsten Jahre: «Ich bin positiv überrascht», sagt Markus Bottlang von der Handwerkskammer für Schwaben über die hohe Ausbildungsbereitschaft. «Das hätte ich anders erwartet.» Die Zahl der bislang bekannten neuen Lehrverhältnisse sei zwar etwas geringer als 2008, aber das sei auch ein «Rekordjahr» gewesen.

Ende Juli standen laut dem Memminger Arbeitsagentur-Sprecher Huber 778 Bewerber fast 1000 Ausbildungsstellen gegenüber. Die Stellen seien gegenüber 2008 nur um 1,5 Prozent zurückgegangen. «Das ist ein deutliches Signal für eine starke Bereitschaft auszubilden.» Wer bislang keine Lehrstelle ergattert hat, braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen. Laut Huber können junge Menschen auch nach dem 1. September noch in die Lehre starten. Es gebe noch immer freie Plätze (siehe Infokasten).

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