Marktoberdorf / Ostallgäu
Krise? Was für eine Krise?

Süßer die Kassen nie klingeln, als zur Vorweihnachtszeit - für manchen Händler sind die Wochen vor Heilig Abend die umsatzstärksten im Jahr. Angst vor menschenleeren Geschäften und überfüllten Lagern scheint niemand zu haben, Wirtschaftskrise hin, Arbeitslosenzahlen her.

Xaver Martin, Inhaber von Mode Martin in Marktoberdorf, rechnet mit einem genauso guten Weihnachtsgeschäft wie vor einem Jahr. Von einer Konsumflaute sei jedenfalls nichts zu merken, sagt er und wundert sich selbst ein wenig über die Stabilität der Nachfrage. Dafür tue er aber auch was, verweist Martin auf verlängerte Öffnungszeiten und Cappuccino für Kunden. Erfahrungsgemäß werden es bald noch mehr Kunden werden: «Der Dezember ist bei uns der wichtigste Monat im Jahr.» Sein Geschenktipp zum Fest: ein hübsch verpackter Gutschein.

«Die Kunden kaufen sehr gut», sagt Iris Unsin von der Marktoberdorfer Buchhandlung Glas. Auch hochwertige Bücher liefen gut. Daher ist Unsin auch beim Weihnachtsgeschäft zuversichtlich.

Dass dünne Portemonnaies die Leser eher zu Taschenbüchern greifen lassen, kann sie nicht feststellen: «Für sich selber wird man immer ein Taschenbuch kaufen, aber als Geschenk nach wie vor etwas Gebundenes.» Ihr Geschenktipp zum Fest: ein schöner Bildband, ein historischer Roman - oder ein Geschenkgutschein.

Von der Wirtschaftskrise merkt auch Josef Sepp, Inhaber des gleichnamigen Schuhgeschäfts in Marktoberdorf, wenig. Vom Wetter um so mehr. Mit dem ersten Schnee fällt den Menschen ein, dass sie ja noch Winterschuhe brauchen könnten. Ein klassisches Weihnachtsgeschäft gebe es kaum. Früher, erinnert sich Sepp, wurden durchaus noch Schuhe zum Verschenken gekauft. Heute sind es - das ist auch sein Geschenktipp - Gutscheine.

Geschenktipp: solarbetriebener Tannenbaum

Das «Weihnachtsgeschäft» könnte bereits jetzt gar nicht mehr besser laufen, sagt Willi Bihler, Geschäftsführer des Solarzentrums Allgäu. Wegen der günstigen Preise für Fotovoltaikmodule und der ab Januar sinkenden Einspeisevergütung wollen viele Hausbesitzer ihre Solarstromanlage noch dieses Jahr in Betrieb nehmen. So viele sind es, dass Bihler gar einen Auftragsannahmestopp für den Rest des Jahres verhängte. Nachdem Wechselrichter und quadratmetergroße Fotovoltaikmodule nicht die klassischen Gaben zum Fest sind, muss Bihler erst einmal laut lachen, als ausgerechnet er nach einem Geschenktipp gefragt wird. «Ein solar betriebener Tannenbaum», witzelt er dann. Oder Solarspielzeug, das sei auch recht hübsch.

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