Kaufbeuren
Krippenplanung ist kein Kinderspiel

Der Bedarf an Krippenplätzen in Kaufbeuren steigt. Mütter und Väter müssen bei der Betreuung ihrer Kleinkinder derzeit allerdings kaum Wartezeiten in Kauf nehmen. Im Gegensatz zu größeren Städten wird das Angebot recht schnell an die Nachfrage angepasst. «Es gibt bei der Stadt keine Wartelisten für eine Betreuung», so Alfred Riermeier, der Leiter der Abteilung Kinder, Jugend und Familie im Rathaus. Er versichert, «dass derzeit für jedes Kind eine Möglichkeit gefunden wird». Mitunter sei jedoch auch bei den Eltern eine zeitliche und örtliche Flexibilität gefragt. Generell sieht er die Stadt auf einem guten Weg, ab dem Jahr 2013 wie gesetzlich gefordert eine Betreuung für jedes in Frage kommende Kind garantieren zu können - trotz des geringeren finanziellen Spielraums durch Steuereinbrüche.

Der nahende Rechtsanspruch der Eltern auf einen Krippenplatz für ihre Kleinkinder führt derzeit landauf, landab zu großem Wehklagen in den Kommunen. In Kaufbeuren stellt sich die Situation etwas entspannter dar. Bei ihrem Konzept setzt die Stadt auf drei Säulen, nämlich die reinen Krippenplätze, die sogenannten U3-Kindergärten, in denen auch Kleinkinder betreut werden, sowie die Tagespflege. «Damit halten wir ein variables und breites Betreuungsangebot vor», so Riermeier, auch wenn sich die Stätte nicht immer vor der Haustür der Eltern befinde.

So schreitet derzeit der Ausbau der Kinderkrippen in den kirchlichen und städtischen Kindergärten voran. Neben den bestehenden 105 Teilzeitplätzen in der Krippe St.

Josef ist der Bedarf für Zwergengruppen in den Kindergärten Guter Hirte und Blattneiweg in Neugablonz bereits für Fördergelder und Erweiterungsbauten bereits angemeldet. Den Wunsch nach Betreuungsplätzen für unter dreijährige Kinder in Neugablonz hatte die Stadt mit einer Umfrage festgestellt, nachdem die Krippe St. Josef bereits deutlich erweitert worden war. Aufgrund der Nachfrage im Kaufbeurer Osten soll auch in St. Ulrich eine Krippengruppe entstehen. Der Wunsch nach Betreuung zeichnet sich offenbar auch im Bereich Haken ab, wo der Kindergarten St. Peter und Paul gerne eine Gruppe einrichten würde. Flexibilität verspricht sich Riermeier vor allem von Tagesmüttern.

Dafür nimmt das städtische Jugendamt an einem Förderprogramm des Bundes für die Kinderpflege teil, mit dem jährlich bis zu 15 Tagespflegepersonen umfassend qualifiziert werden können.

«Flächendeckend, gut und funktionierend.» So beschreibt Anja Mayr vom Ostallgäuer Jugendamt insgesamt die Situation bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren im Landkreis. Natürlich gebe es unterschiedliche Bedürfnisse zwischen kleinen Gemeinden und den Ostallgäuer Städten. Derzeit mahnt die Jugendhilfeplanerin aber auch zur Vorsicht, um keine Überkapazitäten zu schaffen.

Dennoch: Schwierig für die Stadt Kaufbeuren und den Landkreis ist die Prognose, wie sich die Betreuungsnachfrage entwickeln wird. Denn alle Mutmaßungen dazu hängen laut Riermeier von vielen unsicheren Faktoren ab, etwa den Jobperspektiven für die Eltern, der weiteren Unterstützung der Familien durch den Staat oder auch einer Unternehmensansiedlung. Nicht immer sei es zudem leicht, konkrete und verlässliche Aussagen von Müttern und Vätern zur Familien- und Berufsplanung zu erhalten. Riermeier: «Viele Eltern entscheiden sich sehr kurzfristig.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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