Kreisausschuss
Krippenplätze im Unterallgäu sollen verdreifacht werden

Bis vor wenigen Jahren war das Wort «Kinderkrippe» im Unterallgäu etwa so exotisch wie eine Kiwi in den frühen 50er Jahren. Mittlerweile gibt es über den ganzen Landkreis verteilt 25 solcher Gruppen - mit steigender Tendenz.

Wie Ulrike Villa-Fuchs, Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen am Landratsamt, in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses darlegte, sollen die Betreuungsplätze von bisher 300 innerhalb der nächsten zwei Jahre auf 863 anwachsen. Dann stünde für 38 Prozent der Kinder, die jünger sind als drei Jahre, ein Betreuungsplatz zur Verfügung.

Die Gemeinden reagieren mit diesem Angebot auf das Kinderförderungsgesetz, das Kleinkindern ab 2013 einen Betreuungsplatz garantiert - und auf die steigende Nachfrage: Während 2006 erst 0,6 Prozent der Ein- bis Zweijährigen und acht Prozent der Zwei- bis Dreijährigen eine Kindertagesbetreuung besuchten, waren es 2010 bereits 4,8 beziehungsweise 21,9 Prozent.

Die bestehenden Plätze sind laut Villa-Fuchs alle belegt, in Ballungsräumen gebe es teils sogar Wartelisten. Als weitere Schwerpunkte des Ausbaus nannte sie bedarfsgerechte Öffnungszeiten sowie die Weiterentwicklung der Tagespflege als ergänzendes Angebot zu Krippe, Kindergarten und Schule.

Schulen haben ihr Betreuungsangebot in den vergangenen Jahren mit Mittagsbetreuung (an Grundschulen) und Ganztagesklassen (an Grund- und Mittelschulen) massiv ausgebaut. In diesem Schuljahr haben es laut Bertram Hörtensteiner, stellvertretender Leiter des Schulamts, mehr als 1000 Kinder in Anspruch genommen.

Weitere 280 Grundschüler werden derzeit zudem nach Unterrichtsende in Kindergärten und Horten betreut. Damit sei der Kreis in Sachen Betreuungsangebote für Kinder von 0 bis 14 Jahren << recht gut aufgestellt >>, sagte der Leiter des Jugendamts, Otto Gaschler. Lücken gebe es aber bei einer verlässlichen Ferienbetreuung vor allem für Schulkinder.

Pilotprojekt in Pfaffenhausen

Zwar gibt es laut Villa-Fuchs vielfältige Ferienprogramme verschiedener Anbieter. In der Regel würden sie jedoch nur einzelne Tage und Wochen abdecken, nicht aber die ganzen Ferien. Für die angestrebte verlässliche Betreuung stellte sie zwei Modelle vor: Im kommenden Schuljahr startet in Pfaffenhausen ein einjähriges Pilotprojekt.

In der Volksschule werden die Kinder der teilnehmenden Gemeinden Pfaffenhausen, Oberrieden, Salgen, Breitenbrunn und Kirchheim in zwölf von 14 Ferienwochen betreut. Finanziert wird das Angebot durch Elternbeiträge und die Kommunen: Pro Kind schießen diese rund 800 Euro zu.

Eine etwas günstigere Lösung wäre ein Ferienhort nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG), für den es eine Förderung seitens des Freistaates gibt. Dafür muss der Hort allerdings verschiedene Auflagen wie etwa die Betreuung durch Erzieher erfüllen.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Eltern bereits ein Jahr im Voraus mindestens 15 Betreuungstage buchen. Im Pfaffenhauser Modell sind sie dagegen flexibler: Hier ermittelt der Kreisjugendring jeweils vor den Ferien den Bedarf.

Da die Kriterien für den Ferienhort laut Villa-Fuchs erst vor Kurzem bekannt wurden, sollen die Kommunen nun über beide Modelle informiert und dann je nach dem für ihre Gemeinde ermittelten Bedarf beraten werden.

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