Betreuung I
Krippen: Was tun die Firmen?

Es ist zehn Jahre her, da gab es in Kempten gerade einmal 44 Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren. Von Wartelisten war damals keine Rede. Und 2011? Da bestehen 242 reine Krippenplätze, bieten Tagesmütter und Kindergärten weitere 140 Plätze für die Knirpse an. Und warten trotzdem über 200 Familien noch auf einen Krippenplatz.

Wie bereits berichtet, will die Stadt das Angebot an Krippenplätzen in den nächsten Jahren massiv ausweiten. Doch wer wird den Ausbau bezahlen? Weiterhin vor allem die Stadt - oder auch die Unternehmen in Kempten? «Es wird notwendig sein, dass sich die Unternehmen für diese Verantwortung öffnen», formulierte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer im Jugendhilfeausschuss seinen Appell an die Wirtschaft. Womit er - zumindest bei der Industrie- und Handelskammer - auf offene Ohren stößt: «Ich kann mir vorstellen, dass es Unternehmen gibt, die in diesem Bereich etwas tun wollen», so IHK-Regionalgeschäftsführer Klaus Fischer. Möglich sei die Beteiligung an Lohnkosten - selbst Erzieherinnen anzustellen, komme weniger infrage.

Weshalb Fischer den Ball erst einmal an die Stadt zurückgibt: Diese müsse Kontakt zu den Unternehmen aufnehmen und Unterstützung suchen: «Der Anstoß sollte von der Stadt kommen - und dann müssen die Unternehmen Farbe bekennen.»

Die aktuelle Situation: Derzeit gibt es in der Stadt nur eine Betriebskinderkrippe - die der Firma Dachser. Sie ist seit drei Jahren an den Kindergarten St. Michael in der Memminger Straße angegliedert - und voll ausgelastet. Weshalb laut Jugend-, Schul- und Sozialreferent Benedikt Mayer auch über eine Erweiterung nachgedacht werde - wenngleich diese am selben Standort nicht möglich sei.

Weitere Anläufe: Das Klinikum Kempten möchte Krippenplätze für die Beschäftigten anbieten. Diese könnten im Haus für Kinder und Eltern in der Lindauer Straße entstehen. Laut Mayer laufen derzeit die Verhandlungen mit der Diakonie, die Träger der Tagesstätte ist.

Ausblick: Ansonsten, sagt Mayer, habe er keine Anfragen von Firmen - auch, wenn es immer mal wieder Gespräche gebe. Und was ist mit den Gewerbegebieten Ursulasried und Leubas, in deren Bereich die Stadt in den nächsten Jahren zwölf neue Plätze einrichten will? Würde es sich nicht lohnen, dort auf die Unternehmen zuzugehen? «Dafür bräuchten wir erst eine genauere Planung», sagt Mayer. Soweit sei die Idee noch nicht.

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