Bahn-Unfall
Kripo rätselt, warum die Memminger Jugendlichen so nah am Gleis standen - Abschlussbericht

Nach der Obduktion der Leichen hat die Polizei gestern den Abschlussbericht ihrer Ermittlungen wegen des Bahn-Dramas von Memmingen vorgelegt. Bei dem Unfall waren am Freitagabend die beiden Memminger Schülerinnen Nicole (13) und Vanessa (16) ums Leben gekommen. «Es gibt keinerlei Anzeichen, dass in irgendeiner Weise eine Mutprobe mit im Spiel war», betonte Memmingens Kriminalpolizei-Chef Wolfgang Sauter.

Nach der Obduktion der Leichen rekonstruierte die Polizei gestern die Geschehnisse am Freitagabend gegen 17.20 Uhr. Demnach wurde die im Bereich der Brücke nahe am Gleis stehende 13-Jährige seitlich von der über 100 Stundenkilometer schnellen Lokomotive erfasst und mit großer Wucht gegen das andere Mädchen geschleudert. Die 16-Jährige prallte gegen einen Betonpfeiler. << Ein Kontakt zwischen der 16-Jährigen und dem Zug fand nicht statt >>, heißt es im Bericht der Polizei.

Gefunden wurden die Leichen der Mädchen von einem 15 Jahre alten Jugendlichen, mit dem sie sich treffen wollten. Unklar ist allerdings nach wie vor, warum sich die Jugendlichen unter der Brücke so nahe am Gleis aufhielten. << So gesehen nehmen die Mädchen ein Geheimnis mit ins Grab >>, erklärte Sauter. Die Auswertung der Fotohandys ergab nach Angaben der Kemptener Kripo auch keinen Hinweis darauf, dass vor dem Unfall Bilder am Gleis gemacht wurden.

Absolut ausgeschlossen ist laut Polizei auch ein Suizid.

Klar ist inzwischen aber, dass sich mehrere Jugendliche mehr oder weniger regelmäßig unter der Brücke trafen. Auch gibt es Bilder, die die beiden Mädchen im Bereich von Eisenbahnschienen zeigen. Von den Bahngleisen ist für die Teenager offensichtlich eine besondere Faszination ausgegangen. Ihre Gedanken haben sie auf Fotos geschrieben.

Ob die Mädchen vor dem Unfall Alkohol getrunken hatten, ist noch unklar. Die Ergebnisse der Blutproben liegen bisher nicht vor.

Morgen findet um 15 Uhr eine Trauerfeier für die 16-Jährige auf dem Memminger Waldfriedhof statt, einen Tag später wird das andere Mädchen beigesetzt.

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