Abzocke
Kripo Kaufbeuren warnt vor Gewinnbenachrichtigungen per Brief

'Der Gewinn, der ihnen zusteht, ist eine Summe von 59 000 Euro.' Wie schön, dachte sich ein AZ-Leser, als er das las. Zumal er die Benachrichtigung per Brief von einer Hamburger Notarkanzlei bekam. Andererseits konnte sich der Leser nicht daran erinnern, dass er an einem Gewinnspiel teilgenommen hat. 'Ich gehe mal davon aus, dass dieses Schreiben in betrügerischer Absicht abgegangen ist', meinte er und machte deshalb eine Anzeige bei der Polizei.

Andreas Trinkwalder, Leiter der Kaufbeurer Kriminalpolizei weiß: 'Die Masche ist zwar nicht neu, aber wir beobachten sie in den vergangenen Monaten.'

Neu sei in diesem Fall aber, dass der Absender ein Hamburger Notar sein soll, da sonst die Gewinnabwickler in der Türkei oder in Spanien ihren Sitz hätten.

Derartige betrügerische Gewinnbenachrichtigungen gebe es nämlich immer wieder. Sie treten per Telefon, per Mail oder wie jetzt in Briefform auf, erläutert Trinkwalder.

Dabei werden Bürger informiert, dass sie mehrere Zehntausend Euro oder eine Luxuskarosse gewonnen haben sollen.

'Die Bandbreite dieser Gewinnspiele ist erstaunlich breit und kreativ', so Trinkwalder. Meldet sich ein Bürger bei dem Absender, soll er meist noch eine Gebühr bezahlen.

Macht ein Bürger dann immer noch mit, fallen in der Regel Transport- und Übersetzungskosten, Zoll oder andere Gebühren an. 'Leider gibt es noch immer Leute, die darauf reinfallen. Dann wird die Kuh gemolken, solange es geht', erklärt der Kripochef.

Doch wichtig sei, sich trotz der ersten Euphorie wegen des Gewinnes zu fragen, ob man überhaupt an einem Gewinnspiel teilgenommen hat.

'Wir raten jedenfalls dringend davon ab, bei dem Absender anzurufen. Stattdessen sollen Betroffene sofort eine Anzeige machen', empfiehlt Trinkwalder. Im konkreten Fall sei die Sache nach Hamburg weitergeleitet worden.

Dort werde dann möglicherweise ein Sammelverfahren mit allen eingehenden Fällen eingeleitet, weiterermittelt und versucht, eventuelle Zahlungen zurückzuholen.

Doch viel Hoffnung, dass gezahlte Summen zurückkommen, gebe es nicht. Zumal sich einige Opfer gar nicht melden: 'Manche machen das nicht, da sie sich schämen, mitgemacht zu haben', so Trinkwalder.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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